ErnteZeit : Bauern nutzen gutes Dreschwetter

Die Getreideernte ist derzeit in der Prignitz in vollem Gange.
Die Getreideernte ist derzeit in der Prignitz in vollem Gange.

Die Prognose für die diesjährige Ernte sieht laut Kreisbauernverband positiv aus / Getreidepreise sind auf einem „schwächelnden Niveau“

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07. August 2015, 22:00 Uhr

Auf den 50  200 Hektar großen Getreideschlägen des Landkreises ist derzeit Hochbetrieb: „Im Moment sind alle verfügbaren Mähdrescher im Einsatz“, sagt Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes und zugleich Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Karstädt e. G. Nach dem die Wintergerstenernte bereits im Juli abgeschlossen wurde, sind nun unter anderem der Winterroggen, der Winterweizen sowie die Sommergetreidesorten bereit, gedroschen zu werden.

So haben die Mähdrescher von der Tierzuchtgenossenschaft Gulow in den nächsten Wochen viel zu tun: 350 Hektar Getreide sowie 200 Hektar Raps warten darauf, geerntet zu werden. „Im Moment haben wir gutes Dreschwetter“, sagt Sandra Perabo, Vorstandsvorsitzende der Tierzuchtgenossenschaft Gulow. Triticale sei schon fertig geerntet, Raps, Weizen und Roggen stehen noch aus. Wie lange die Ernte dauern wird, kann sie derzeit noch nicht genau sagen. „Das ist immer wetterabhängig.“

Auch bei der Agrarproduktivgenossenschaft eG Abbendorf sind die Mähdrescher auf der 1200 Hektar großen Fläche unterwegs. „Derzeit wird Winterroggen gedroschen. 50 Prozent der Fläche ist schon bearbeitet“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Dirk Glaeser. Anschließend sind Weizen und Raps an der Reihe.

Durch das trockene Sommerwetter haben die Landwirte gute Bedingungen für die Ernte. Doch auch kleine Regenpausen werden gerne mal in Kauf genommen, sagt Lothar Pawlowski und verweist auf die Feldbrände, die sich in den vergangenen Wochen in der Region gehäuft haben. Wie hoch die Verluste genau sind, die durch die Brände verursacht wurden, dazu möchte sich Pawlowski nicht äußern. „Man kann nur so viel sagen: Pro Hektar Getreide, das abbrennt, entsteht ein Schaden von rund 1000 Euro“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. Wenn jedoch auch Technik den Flammen zum Opfer fallen sollte, dann kann der Verlust schon mal im sechsstelligen Bereich liegen, führt er fort.

Doch die Prognose für die diesjährige Ernte sieht positiv aus: So haben sich laut Pawlowski die Ertragserwartungen von Ende Juni/Anfang Juli verbessert: „Wir können von einer fast durchschnittlichen Ernte ausgehen. Natürlich gibt es auch regionale Unterschiede.“ Doch an die überdurchschnittlichen Erträge des Vorjahrs kommen die Landwirte in diesem Jahr nicht heran, heißt es vom Kreisbauernverband. Zudem sei es zu früh, die voraussichtlichen Erträge zu beziffern.

Auch die Getreidepreise sind auf einem „schwächelnden Niveau“. Sie sind zehn Prozent niedriger als im Vorjahr, sagt Lothar Pawlowski. Er führt als Beispiel an, dass der Preis für 100 Kilogramm Futterroggen derzeit bei 11,80 Euro, für Brotroggen bei 12,80 Euro, für Brotweizen bei 16 Euro und für Raps bei 35,30 Euro liege. Die Ursachen stellen laut Kreisbauernverband die gut gefüllten Lager dar, auch der Einzelhandel versuche die Preise zu drücken. Aus diesen Gründen sind auch Tendenzen auf den Prignitzer Feldern erkennbar: Es werde aufgrund der schlechten Getreidepreise weniger Roggen angebaut, auch Futtergetreide weicht immer mehr dem Brotgetreide, berichtet der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes. Doch die Landwirte handeln seiner Meinung nach immer primär nach der Divise: „Was auf die Fläche passt, wird auch angebaut.“

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