Judenhof : Bauarbeiten im Schneckentempo

Wenig bis keine Bewegung auch gestern auf der Baustelle in der Parchimer Straße.
Wenig bis keine Bewegung auch gestern auf der Baustelle in der Parchimer Straße.

Veranstaltungs- und Begegnungszentrum wird doch nicht bis Weihnachten fertig

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13. November 2015, 12:00 Uhr

Vor fast genau zwei Monaten titelten wir an dieser Stellen „Judenhof: Ende ist in Sicht“. Auch Mitte Oktober ging man im Bauamt der Stadtverwaltung noch von der Fertigstellung des Gedenk- und Veranstaltungszentrums in Trägerschaft des Kulturvereins bis kurz vor Weihnachten aus. Seit der öffentlichen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses in dieser Woche wagt nun jedoch zunächst einmal niemand mehr eine Prognose, die einen genauen Termin oder wenigstens einen Monat beinhalten könnte.

Klaus Röpke (SPD) äußerte sein Unverständnis über den langsamen Baufortschritt. Das spotte jeder Beschreibung, das Vorhaben werde aus seiner Sicht nicht bis Weihnachten fertig. Und: Aktivitäten seien nur im Rahmen der Bauberatungen zu erkennen. Röpke forderte konkrete Antworten zum Bauende, zu möglichen Mehrkosten aufgrund der Verzögerungen und auch aufgrund der verspäteten Abrechnung von Fördermitteln. Auskünfte konnte Bauamtsleiter Hagen Boddin am Dienstagabend nicht geben – er und Bürgermeisterin Annett Jura versprachen jedoch, das Ganze für die nächste Zusammenkunft des Stadtparlaments am 8. Dezember aufzubereiten. Boddin stimmte den Ausführungen von Klaus Röpke zu, dessen Beobachtungen deckten sich mit seinen eigenen. „Aktenordner füllen sich, es wird viel Papier produziert, aber es geht nicht weiter“, räumte Hagen Boddin ein.

Nachdem ursprünglich von einem Fertigstellungstermin Ende Juli ausgegangen wurde, gab es im Sommer Aufschub bis Ende August. Die Übergabe war dann wiederum für den 19. September geplant. Danach war das Jahresende im Visier – und sollte auch der endgültige Termin bleiben. So der Stand im September, als der begleitende Architekt Stefan Kunzemann in der damaligen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses zu den Verzögerungen Rede und Antwort stand. In seinen Ausführungen stellte er seinerzeit klar, dass die Fertigstellung vor Ende November illusorisch sei. Kunzemann verwies auf Verzögerungen schon zum Beginn der Arbeiten, die sich seinen Angaben zufolge auf rund anderthalb Monate beliefen. Dieser zeitliche Mehraufwand sei u. a. auf archäologische Untersuchungen und Hausanschlussarbeiten zurückzuführen. Brandschutzauflagen, Veränderungen im Nutzungskonzept, ein hoher protokollarischer Aufwand, viele Nachträge und nicht zuletzt viele Entscheider seien weitere Faktoren, die das Prozedere in die Länge gezogen hätten.

Ihn auf einen Termin festzunageln, sei ein Problem, so Hagen Boddin in dieser Woche im Ausschuss, bei dem Stefan Kunzemann nicht zugegen war. Nach Kenntnis des Bauamtsleiters gibt es zumindest ein feststehendes Datum: Am 16. November soll die Glasfront montiert werden.

Klaus Röpke, der in Perleberg selbst ein Architekturbüro betreibt, forderte die Verwaltung auf, zu prüfen, ob das Projekt gegebenenfalls in die Hände eines anderen Architekten übertragen werden könne. „Nicht in meine Hände“, schränkte er sogleich ein. Auch dazu soll es Aussagen im Stadtparlament am 8. Dezember geben.  

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