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Der Prignitzer

21. November 2017 | 18:07 Uhr

Groß Linde : Barrieren gegen Raser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Groß Linder hoffen auf bauliche Lösung, um endlich Geschwindigkeit aus dem Dorf zu nehmen

von
erstellt am 09.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Einwohnerversammlung am Donnerstagabend in Groß Linde und mit eingeladen natürlich auch die Gramzower. Ein Thema ist immer noch aktuell. „Es wird einfach zu schnell im Dorf gefahren“, bringt es Malte Hübner-Berger, Ortsvorsteher von Groß Linde, auf den Punkt. Mit der Ausweisung von 30 km/h in der Ortschaft keimte Hoffnung auf. Doch es sollte von Anbeginn nur eine Art Testphase sein, die der Landkreis als Baulastträger bis zum 30. Juni befristete. In jener Zeit sollten gezielt Geschwindigkeitskontrollen stattfinden, „so war es mit dem Landkreis abgesprochen“, erläuterte der Ortsvorsteher den Stand der Dinge.

Derartige Kontrollen gab es nicht, die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde fristgemäß aufgehoben und statt dessen eine Absperrung aufgestellt, augenscheinlich, damit nicht doch noch jemand mit seinem Fahrzeug in die gute Stube des Hauseigentümers fährt. Denn dessen Anwesen grenzt direkt an die Straße, die Hauswand ist faktisch dazu verdammt, den Verkehr um die Kurve zu leiten. „Durch die Absperrung ist die Gefahr nur noch größer geworden“, bemerkt eine Groß Linderin. Denn mit 50 km/h und ohne Vorwarnung zwängt sich nun der Verkehr an der engsten Stelle vorbei, die jetzt noch enger geworden ist. Bei Gegenverkehr, insbesondere wenn Busse oder große Landwirtschaftsfahrzeuge einem urplötzlich entgegenkommen, halte man vor Schrecken schon die Luft an. Denn die Dorfstraße ist dort alles andere als gut einsehbar.

Ein Grund auch, warum hier über bauliche Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit seitens des Landkreises nachgedacht werde, führte der Ortsvorsteher an. Ein weiterer Grund: Trotz 30 km/h wurde weiterhin einfach zu schnell gefahren. Messungen der Stadt mit ihrem Statistikgerät belegen, dass etliche hier mit über 60 km/h unterwegs waren, so Malte Hübner-Berger.

Für eine dauerhafte bauliche Lösung plädiere so auch die Stadt, wie Bürgermeisterin Annett Jura betonte. Und sie bot an, dass auch die Stadt dabei ist, wenn in zwei Wochen der Landkreis an Ort und Stelle die Situation beurteilt und gegebenenfalls Lösungsmöglichkeiten auslotet.

Und noch einmal war am Donnerstagabend der Landkreis gefragt. Waltraut Hesselbarth kritisierte den Mähtermin für die ehemalige Mülldeponie, die inzwischen eine große Wiese ist. Ein Paradies für die unterschiedlichsten Wildblumen und Sträucher, das zugleich auch für allerlei Getier Unterschlupf und Nahrung biete, vor allem auch für Bienen, führte sie an. Da die Wiese aber gemäht wurde, wo alles in voller Blüte stand, hatten die Blumen keine Zeit, um überhaupt Samen zu bilden. Ihre Bitte: Nur einmal im Jahr und zwar im Herbst die Sense anzusetzen. Dies wolle man an den Landkreis, der Eigentümer der Fläche ist, herantragen, so die Bürgermeisterin.

Der zu großzügig ausgefallene Heckenschnitt auf dem Friedhof und andersherum Wege, wie der Klein Linder, die inzwischen von Mutter Natur bzw. vom Mais schon vereinnahmt werden, das waren weitere Dinge, die den Groß Lindern unter anderem noch auf der Seele liegen. Was veränderbar sei, da finde sich auch ein Weg, so die Stadt. 

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