Glöwen : Baracke reichte nicht mehr aus

Mit einem Programm bedankten sich am 1. September 1984 die Kindergartenkinder bei den Bauleuten. Mit großer Freude zogen sie dann in das neue Haus am Waldeck .
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Mit einem Programm bedankten sich am 1. September 1984 die Kindergartenkinder bei den Bauleuten. Mit großer Freude zogen sie dann in das neue Haus am Waldeck .

Am 1. September 1984 erhielt Glöwen eine moderne Kinderkombination.

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30. August 2019, 12:00 Uhr

Als die Falschirmspringer 1980 nach Glöwen kamen, der Armeestandort sich somit vergrößerte, reichte die Baracke am Ortsausgang in Richtung Havelberg nicht mehr aus. Hier waren Kindergarten und Kinderkrippe untergebracht. „Fast jede Familie, die dadurch nach Glöwen kam, hatte drei Kinder“, erinnert sich die heutige Kita-Leiterin Kerstin Wolf.

Schon 1981 begannen die Bauarbeiten. Am Waldeck entstanden nicht nur die Wohnungen für die Soldaten und ihre Familien, sondern auch eine Kinderkombination, wie das damals hieß. Pünktlich zum Schuljahresbeginn, am 1. September, zogen die 180 Jungen und Mädchen ein. Damals füllten Kinderkrippe mit ihren drei Gruppen und die sechs Gruppen der Kindergartenkinder das ganze Haus aus.

Wie überall kam auch nach der Wende der Rückgang der Kinderzahlen. In Glöwen kam erschwerend hinzu, dass sich die Armee verabschiedete, viele Familien das Dorf verließen. So wurden Räume abgegeben, die heute von der Arbeiterwohlfahrt, dem Orsvorsteher und der Revierpolizistin genutzt werden. Aus der Kinderkombination wurde zunächst eine Kindertagesstätte in Trägerschaft der Awo. Inzwischen ist wieder die Gemeinde der Träger.

„Heute besuchen 95 Kinder unsere Einrichtung“, sagt Kerstin Wolf. „Davon besuchen 25 den Hort.“ Damit ist die Kita sehr gut ausgelastet. Erst jüngst sei die Kapazität auf 100 angehoben worden, so die Leiterin. Sie ist sich sicher, dass bald wieder alle Plätze besetzt sind.

Am Sonnabend soll nun der 35. Geburtstag der einstigen Kinderkombination, die heute Kita „Waldhaus“ heißt, gefeiert werden. „Und der Name ist Programm“, sagt Kerstin Wolf. „Unsere Kinder sind viel in der Natur unterwegs. Im Frühjahr und im Herbst gibt es unsere Waldwoche. Dann verbringen wir mit den Kindern den Tag draußen. Frühstück und Mittagessen werden unter freiem Himmel eingenommen.“ Auf dem Kita-Gelände sind bunte Wiesenblumen zu finden, die die Kinder ausgesät haben, um den Bienen zu helfen. Eine Puppenspielerin hatte ihnen damals die Samen mitgebracht. Kein Wunder, wenn sich auch zum Jubiläum viel Wald und Natur in der Ausgestaltung der Flure und Räume der Einrichtung wiederfinden.

Der Glöwener Nachwuchs wird wie vor 35 Jahren sich mit einem kleinen Programm darstellen. Ansonsten gibt es Spiel und Spaß, Essen und Trinken für jeden, ist sich die Kita-Leiterin sicher. Das ganze Team, dazu gehören 13 Erzieher, zwei technische Mitarbeiter, ein Hausmeister und ein Praktikant, sind seit rund einem halben Jahr mit den Vorbereitungen beschäftigt. Unterstützung bekommen sie bei der Feier vom Awo-Ortsverein, der in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

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