Bank sucht neuen Promenadenplatz

<strong>Die gestiftete Bank</strong> mit Elbblick und parkendes Auto im Rücken. <foto>Barbara Haak</foto>
Die gestiftete Bank mit Elbblick und parkendes Auto im Rücken. Barbara Haak

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29. Juli 2010, 06:12 Uhr

Wittenberge | Eine Freude wollten die beiden aus Breese stammenden und heute in den alten Bundesländern lebenden Schwestern Helga Schenk und Doris Bobolowski, geborene Bethke, den Wittenbergern machen. Deshalb stifteten sie Anfang der 90er Jahre eine Bank für die Elbpromenade. "Wir wollten, dass es in der Stadt voran geht und dazu unseren Beitrag leisten", blickt heute Helga Schenk zurück. Damals ahnten sie und ihre Schwester nicht, dass diese Bank für Ärger und Verdruss auch bei den Spenderinnen selbst sorgen würde.

"Unsere Bank steht direkt auf einem Parkplatz. Wer mag sich dort schon niederlassen, um in Ruhe die Elblandschaft zu genießen", sagt Helga Schenk. Ihr Fazit: "Unsere Bank steht völlig falsch. Sie muss dort weg."

Nun muss man wissen, dass das Sitzmöbel ursprünglich in Höhe der Pension "Goldener Anker" aufgestellt und im Untergrund befestigt war. Ein netter Platz auch mit direktem Blick aufs Wasser und der schützenden Hausmauer im Rücken.

Aber: Die Bank störte. Die damaligen Betreiber der Pension befürchteten eine Störung ihrer Gäste, sie protestieren. Die Stadt ließ die Bank umsetzen. Nun steht sie zwischen Café und Kranhaus. Wer dort sitzt, kann seinen Blick übers Wasser, die Elbbrücke, den Königsdeich mit den Bootshäusern schweifen lassen. Aber: Im Rücken parken in der Regel gleich mehrere Autos. "Wir möchten, dass unsere Bank einen guten Platz auf dem Elbdeich findet, wo Leute gern sitzen und die Landschaft genießen können", meldete sich in dieser Woche Helga Schenk beim "Prignitzer". Anstoß für den Anruf in der Redaktion ist der Umstand, dass die beiden Damen in der nächsten Woche nach Wittenberge kommen. Sie sind mit dem Schiff auf der Elbe unterwegs.

Helga Schenk schlägt vor, die Sitzbank doch wieder vor der Pension "Goldener Anker" aufzustellen. Die neue Pächterin wäre damit einverstanden. "Wir sind für dieses Anliegen grundsätzlich offen und legen niemandem Steine in den Weg", sagt Pächterin Grit Leuschke auch dem "Prignitzer". Leuschke weiß aus eigener Erfahrung, "dass häufiger Leute unterwegs sind, die Sitzmöglichkeiten suchen, ohne gleich in eines der Cafés gehen zu wollen". So gesehen sei eine Bank an einem guten Platz zu begrüßen. "Es fehlen Bänke hier auf unserem Abschnitt", ist sich auch Pensionswirtin Marianne Kuhn, die neben dem "Goldenen Anker" ihr Haus hat, sicher. Sie weiß aber auch, dass es so viele gute Standplätze nicht gibt.

Gibt es denn wenigstens eine Chance, dass die Sitzgelegenheit der beiden Schwestern vom Parkplatz wegkommen?

Die Stadt habe grundsätzlich nichts dagegen, das Sitzmöbel an einer anderen Stelle aufstellen zu lassen. "Es muss nur eine Lösung sein, die auf Dauer Bestand hat", sagt die stellvertretende Bauamtsleiterin Petra Lüdtke. Es verstünde sich von selbst, "dass wir den Fuß- und Radverkehr nicht beeinträchtigt dürfen". "Außerdem können wir auch nur über städtisches Gelände verfügen, müssen dem Hochwasserschutz Rechnung tragen." Für den Deich hat nämlich das Landesumweltamt das Sagen.

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