SOS-Beratungszentrum : Bandraum, Cafeteria, Begegnungen

Dr. Daniel Krause-Pongratz, Leiter des SOS-Beratungszentrum, testet das Equipment im Bandraum persönlich.  Fotos: Lars Reinhold
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Dr. Daniel Krause-Pongratz, Leiter des SOS-Beratungszentrum, testet das Equipment im Bandraum persönlich. Fotos: Lars Reinhold

Das SOS-Beratungszentrum hat in Wittenberge groß gebaut – und organisiert von hier aus seine Betreuungsarbeit im Süden des Kreises

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16. Juli 2014, 08:00 Uhr

Wittenberge Der Bandraum ist ausgestattet mit Technik vom Feinsten: Elektronisches Schlagzeug, Keyboard und Synthesizer, Verstärker und Mikrofone. Im Spielraum laden Kicker und Billardtisch zum Duell ein, im offenen Wohnzimmer möchte man von der Couch gar nicht mehr aufstehen. Schon der erste Blick in die neuen  Räume, die  das SOS-Beratungszentrum vor  zehn Tagen in der Bürgermeister-Jahn-Straße eingeweiht hat (wir berichteten), zeigen ein klares Bekenntnis zum Standort Wittenberge. Keine halben Sachen.

„Wir haben uns flächenmäßig nahezu verdoppelt“, bestätigt Einrichtungsleiter Dr. Daniel Krause-Pongratz. In der Wiglowstraße habe man zuvor mit 500 Quadratmetern auskommen müssen, jetzt stünden knapp 1000 Quadratmeter auf vier Etagen in den zwei Häusern, die SOS gekauft und für rund 1,8 Millionen Euro saniert hat, zur Verfügung.

3750 Stunden Beratung für Hilfesuchende

Eine neue Basis in der Prignitz, von der aus das SOS-Team nicht nur in Wittenberge agiert, sondern die Familien- und Erziehungsberatung sowie insbesondere die Jugendarbeit auch in den Ämtern Lenzen-Elbtalaue Amt Bad Wilsnack/Weisen organisiert. „Die dritte Etage unserer zwei Häuser ist das neue Bera-tungszentrum, hier haben die Sozialarbeiter und Psychologen ihre Büros, es gibt Sitzungsräume, in denen Probleme mit Hilfesuchenden diskret besprochen werden können“, sagt Einrichtungsleiter Krause-Pongratz und merkt an, dass sein Team, dass aus zwei Psychologen und zwei Familientherapeuten besteht, jährlich rund 3750 Stunden direkt mit den Ratsuchenden arbeitet.

Weiterhin beherbergt das Haus eine Hobbywerkstatt, in der handwerklich Interessierte basteln und bauen können, sowie einen Raum für Nachhilfeunterricht. „Hier möchten wir künftig freiberuflichen Kräften die Möglichkeit geben, Schülern bei Problemen zu helfen“, betont Pongratz.

 Herzstück des Zentrums ist jedoch die Cafeteria mit  Küche im Erdgeschoss, die mit großzügigem Wintergarten zum Verweilen einlädt. Dabei geht es  nicht darum, den örtlichen Gastronomen Konkurrenz zu machen, betont Daniel Krause-Pongratz. „Ein Café hatten wir auch in der Wiglowstraße, aber kleiner. Dieses Angebot hier dient in erster Linie dazu, Leute einzuladen, in unsere Einrichtung zu kommen. Wir wollen Berührungsängste abbauen, und das geht über das Essen ganz ungezwungen. Das Konzept haben wir im Bürgerzentrum nebenan im offenen Treff bereits umzusetzen versucht, aber festgestellt, dass die Räumlichkeit dafür nicht optimal ist. Es ist dort zu intim, ein Außenstehender weiß nie, ob er willkommen ist.“

Zusammenkunft ohne Stigmatisierung

Die neue  Cafeteria sei anders, offener, einladender, und über diesen Weg wolle man Menschen in Kontakt mit den Möglichkeiten im SOS-Beratungszentrum bringen, ohne dass die Besucher eine Stigmatisierung fürchten müssen. „Wir sind natürlich bei Problemen mit Beratung zur Stelle,  auf der anderen Seite ist unser Haus mit all seinen Angeboten offen für alle.“

Dass der Bedarf da ist, daran besteht für den Einrichtungsleiter kein Zweifel. „Vor allem engagierte Senioren haben das Bürgerzentrum nebenan, dass auch von SOS betrieben wird, für sich entdeckt, um gemeinsam ihre Freizeit zu gestalten, sich ehrenamtlich zu engagieren“, sagt Krause-Pongratz. Mit den Angeboten im Neubau wolle man sich auch verstärkt an Jugendliche und junge Erwachsene richten.

Nebenbei sind durch die Erweiterung auch zwei neue Arbeitsplätze entstanden, eine Köchin und eine Küchenhilfe konnten für 30 Stunden pro Woche eingestellt werden.

Lars Reinhold

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