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Rockertreffen : Bandidos feiern ohne Zwischenfälle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Motorradclub lud Mitglieder zur Deutschland-Party nach Perleberg / Polizei mit Großaufgebot vor Ort

von
erstellt am 04.Okt.2015 | 22:00 Uhr

Mit Knopf im Ohr, griffbereit umgehängter Maschinenpistole und konzentriertem Blick verfolgt ein Beamter der Bereitschaftspolizei das Geschehen an der Kontrollstelle in der Perleberger Industriestraße. Der Grund für den Auflauf von rund 300 Beamten von Bereitschafts- und Landespolizei und Kolonnen von Fahrzeugen bis hin zum Polizeipanzer: Der Motorradclub Bandidos hatte am Sonnabend zum Vereinstreffen in den alten Schlachthof nach Perleberg eingeladen.

„Nach unseren Informationen ist das die 16. Bandidos Germany-Party“, sagte Polizeisprecher Toralf Reinhardt. „Als Verein haben die Bandidos wie alle anderen Vereine auch das Recht, sich zu versammeln, deswegen kann man solche Zusammenkünfte nicht einfach verbieten, wie es oft gefordert wird.“

Allerdings sei es Aufgabe der Polizei, durch Kontrollen im Vorfeld dafür zu sorgen, dass das Treffen störungsfrei abläuft. „Jeder Teilnehmer und jedes Auto wird durchsucht, außerdem werden die Personalien überprüft, sodass beispielsweise ausstehende Haftbefehle vollstreckt werden können“, so Reinhardt. Die meisten Teilnehmer kennen das Procedere schon, sagt Reinhardt, entsprechend professionell läuft alles ab.

Zunächst wird der Unterboden aller Fahrzeuge mit einem Spiegel kontrolliert, im Anschluss folgt eine Durchsuchung der Autos und des Gepäcks. Jeder Besucher muss zudem durch einen Metalldetektor, um möglicherweise am Körper versteckte Waffen sicherzustellen. Auch ein Sprengstoff- und ein Drogenspürhund sind im Einsatz.


Rocker und Polizei aus ganz Europa


Was man allerdings vergeblich sucht, sind die großen Motorradkolonnen. Die Mehrheit der Rocker reist mit dem Auto, manche gar mit dem Bus an. Die Kennzeichen verraten, dass es international zugeht. Franzosen, Italiener, Briten und Iren, aber auch viele Skandinavier tragen die Kutte, die Lederweste mit dem großen Rückenaufnäher, der einen mexikanischen Banditen mit Machete und Revolver zeigt.

„Da die Bandidos in Nordeuropa stark vertreten sind, haben wir auch szenekundige Beamte aus Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland sowie Europol hier“, sagt Reinhardt. Ein norwegischer Polizist lobt die gute Zusammenarbeit der jeweiligen Behörden.

Die Bandidos selbst wollten sich über ihr Treffen gegenüber dem „Prignitzer“ nicht äußern und baten um Verständnis, dass man der Presse keinen Zutritt gewähre.

Am Sonntag zog die Polizei ein positives Fazit zum Großeinsatz. „Insgesamt wurden 1215 Rocker sowie 102 Fahrzeuge kontrolliert, darunter drei Motorräder“, informierte Polizeisprecher Reinhardt. Dabei wurde ein 30-jähriger Bandido aus Bochum festgestellt, auf den ein Haftbefehl ausgestellt war. Er hatte eine Strafe wegen Fahrens ohne Führerschein von knapp 2000 Euro nicht bezahlt und wurde vorläufig festgenommen. Eine Haft blieb ihm erspart, weil andere Rocker das Geld für ihn sammelten und die Strafe bezahlten. Drei weitere Rocker waren zur Aufenthaltsermittlung gesucht und durften erst nach Feststellung ihrer ladungsfähigen Adressen an der Party teilnehmen.

Zudem wurden insgesamt sechs Strafverfahren, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, das Betäubungsmittelgesetz und wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.

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