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Der Prignitzer

21. November 2017 | 07:38 Uhr

Balanceakt nötig

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2007 | 08:29 Uhr

"Diplomat wollte ich nie werden", heißt ein gerade erschienenes Interview-Buch von Bahnchef Hartmut Mehdorn. Dabei würden ihm Diplomatie und ein wenig mehr Fingerspitzengefühl in diesen Tagen sicherlich weiterhelfen. Überwiegt doch in Sachen Bahn-Privatisierung weiterhin die Skepsis - nicht nur in den Berliner Regierungsfraktionen und bei den Länderverkehrsministern, sondern auch in der Bevölkerung.
Die neuen Berichte über einen möglichen Mittelentzug für gering ausgelastete Strecken scheinen die Kritiker der Bahn-Privatisierung einmal mehr zu bestätigen. Der zuständige Verkehrsminister, Wolfgang Tiefensee, hatte gestern denn auch alle Mühe, die Sorgen vor Streckenstilllegungen im Zuge der Privatisierung auszuräumen. Gelungen ist es ihm nicht. Um sich beim ehrgeizigen Vorhaben durchzusetzen, die Bahn mit frischem Geld von Investoren zu versorgen, wird Tiefensee jedenfalls noch eine Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Vor einer ähnlichen Herkulesaufgabe steht Bahnchef Mehdorn. Für ihn kommt es erst einmal darauf an, den eskalierten Tarifstreit zu entschärfen und den Weg zu einer Lösung zu ebnen. Aussitzen kann er die Streikdrohungen nicht mehr. Den Lokführern allerdings zu weit entgegenzukommen, hätte Folgen, die dem Bahn-Konzern erheblich schaden dürften. Ein schwieriger Balanceakt.

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