Instandhaltungswerk WIttenberge : Bahnwerk reduziert Arbeit

Die Instandsetzung von Reisezug- und Doppelstockwagen ist die Kernkompetenz des Wittenberger Werkes.
1 von 2
Die Instandsetzung von Reisezug- und Doppelstockwagen ist die Kernkompetenz des Wittenberger Werkes.

Zehn Prozent Rückgang für 2016 prognostiziert / Zur Standortertüchtigung werden bis 2017 rund 55 Millionen Euro investiert

23-43196173_23-66107918_1416392361.JPG von
04. November 2015, 08:00 Uhr

Zehn Prozent weniger Arbeit im Jahr 2016 – das ist die Prognose für das Wittenberger Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn. Diesen Wert nannte das Unternehmen auf Anfrage der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Ziegler hin, die sich bei Bahnchef Rüdiger Grube erkundigte, warum bis 2020 die Kapazitäten am Standort um bis zu 50 Prozent reduziert und entsprechende Aufträge an das Werk Eberswalde vergeben werden sollen.

„Dies steht im Widerspruch zu Ihren früheren Aussagen, die Zukunft des Werks sei gesichert, welche Sie unter anderem bei einem
Abendessen mit der Landesgruppe Ost der SPD-Fraktion in der DB-Zentrale am 19. März 2014 getätigt haben“, heißt es in Zieglers Anfrage. Weiterhin fragt die Politikerin, ob das Bekenntnis, dass das Werk Wittenberge untrennbar mit der Instandhaltung von Doppelstockfahrzeugen verbunden sei – wie es auf der Internetseite der DB Fahrzeuginstandhaltung heißt, noch gelte.

Die Bahn antwortet Dagmar Ziegler, dass das Werk nach wie vor Hauptstandort für die Instandhaltung von Reisezugwagen und das Redesign von Doppelstockwagen ist und gleichzeitig eins von vier Radsatzfertigungszentren der DB Instandhaltung. „Zur Ertüchtigung des Standortes werden von 2014 bis 2017 rund 55 Millionen Euro investiert“, schreibt Joachim Trettin, Konzernbevollmächtigter für die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Als Hintergründe für die Reduzierung der Arbeit am Standort Wittenberge nennt Trettin die Wettbewerbssituation des Hauptkunden des Werkes, der DB Regio. Ein Großteil der Aufträge komme von diesem Kunden, allerdings sei das Volumen von Instandhaltung und Redesign rückläufig. „Dies führt nach derzeitiger Planung für das Jahr 2016 zu einem Rückgang von Fertigungsstunden um zehn Prozent“, schreibt Trettin und ergänzt, dass mittelfristig mit einem weiteren Rückgang zu rechnen sei. Eine Leistungsverlagerung an westdeutsche Standorte oder das Werk in Eberswalde gebe es hingegen nicht. Vorübergehend würden Mitarbeiter an andere Werke der DB Instandhaltung ausgeliehen und so die Minderarbeit kompensiert. Dieses Vorgehen sei seit Jahren gelebte Praxis, um saisonale Schwankungen auszugleichen.

Schließlich arbeite das Werk Wittenberge daran, zusätzliche Aufträge sowohl von der DB als auch von anderen Kunden einzuwerben, beispielsweise im Bereich der Instandsetzung von U-Bahnen und Straßenbahnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen