Candlelightfest : Bahnstraße wohlig beleuchtet

So viel Leben herrscht unter der Woche nie in der Bahnstraße.  Fotos: Carlo Ihde
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So viel Leben herrscht unter der Woche nie in der Bahnstraße. Fotos: Carlo Ihde

Atmosphärische Lichter beim Candlelight-Fest: Edeka ist Thema bei Händlern. Planungen für Weihnachtsmarkt laufen schon

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09. November 2015, 12:00 Uhr

Sanfte Musik liegt in der Luft, viele Lichter und Schwedenfeuer, die von der Jugendwehr betreut werden, auf der Bahnstraße wird entspannt flaniert. Es gibt einen Fackelumzug mit Spielleuten, der vom Wittenberger Stadtführer Jürgen Schmidt in Nachtwächterkluft begleitet wird. Die Geschäftsinhaber locken mit kleinen Aktionen in ihre Läden. So bot sich gestern das Candlelightfest dar. „Bei schönem Wetter zwanglos bummeln“, das ist laut Thomas Schneider die Devise dieses besonderen, verkaufsoffenen Sonntags. Der Hotelier vom Germania am Lincke-Platz ist aktiv imWittenberger Interessenring WIR, der das Fest organisiert hat.

Im letzten Jahr hieß es noch Candlelight-Shopping. Dieses Jahr firmiert es als „Fest“. Grund für die Umbenennung waren laut Schneider gesetzliche Vorgaben. „Bei dem Event soll das Einkaufen nicht zu sehr im Vordergrund stehen, es soll nicht primär eine Verkaufsveranstaltung sein, sondern die Innenstadt beleben“. Ungefähr 30 Geschäftsleute, Mitglieder als auch Nichtmitglieder im WIR, nahmen die Chance wahr.


Bahnstraße könnte mehr belebt werden


Im letzten Jahr wurde das Henwi-Kaufhaus geschlossen. In diesem Jahr diskutieren manche Händler darüber, was von einer lebendigen Innenstadt bleibt, wenn auch der Edeka aus seinem Domizil in der Bahnstraße ausziehen muss. Kerstin Pelen vom Sport-Mode-Treff in der Wilhelmstraße sagt: „Wir hoffen, dass der Edeka bleibt. Für uns als Händler in der Innenstadt ist das wichtig, und auch privat ist das ein wichtiger Anlaufpunkt.“ Sie freute sich aber über den regen Zulauf am Sonntag, den sie sich auch mal an einem normalen Wochentag wünschen würde. Auch Karin Bulz von der Wittenberger Bücherstube bemerkt: „Wenn ein Anziehungspunkt mehr in der Stadt bleibt, kann das nur positiv für alle sein.“

Ronald Schultz, der mit seinem Weinladen erst seit diesem Jahr in der Einkaufsstraße ansässig ist, ist vom dem Zulauf beim Candlelight-Fest überwältigt. „Die Leute kommen hier über viele Jahre her. Es steckt bei ihnen drin und sie machen sich extra auf den Weg. An solchen Tagen erreicht man Leute, die unter der Woche viel arbeiten und daher kaum Zeit zum einkaufen haben“, freut er sich. Vor seinem Laden gönnt Astrid Wiedemann sich einen Glühwein. „Die Musik belebt die Straße sehr. Sowas gibt es viel zu wenig. Wittenberge ist schön, und die Stadt muss was machen, damit nicht auch noch der Edeka weggeht“, sagt sie etwas empört und verweist auf die älteren Leute, die sonst kaum erreichbare Einkaufsmöglichkeiten hätten.


Weihnachtsmarkt schon fest im Visier


Thomas Schneider gibt schon einen kleinen Ausblick auf den kommenden Weihnachtsmarkt. Dieser wird in Wittenberge seit 15 Jahren ebenfalls vom Interessenring organisiert. „Eine Stadt von der Größe Wittenberges ohne Weihnachtsmarkt ist völlig undenkbar.“ Er freut sich darüber, dass das Gewerbeamt der Stadt, namentlich Gabriele Hahn, den Adventsmarkt so tatkräftig unterstützt. „In diesem Jahr wird es eine noch bessere Beleuchtung geben und ein anderes Programm. Die Brass-Band vom Marie-Curie-Gymnasium unter Leitung von Mario Geidel wird stärker involviert sein. Erstmals wird auch der Alpaka-Hof aus Breese mit dabei sein. Wir machen da im Vergleich zum Vorjahr in der Qualität einen deutlichen Schritt nach vorne“, kündigt Schneider an.


WIR sucht neue Mitarbeiterin


Kurzfristig ist Sibylle Jürgens als einzige feste Mitarbeiterin des WIR ausgeschieden. „Wir hatten eine Stellenanzeige geschaltet, haben einige Bewerbungen, führen wohl noch in dieser Woche Gespräche und werden die Stelle schnell besetzen“, so Thomas Schneider. Die Organisation des Weihnachtsmarktes sei sicher.

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