Initiative in Wittenberge : Bahnstraße 21 soll bleiben

Mit einer Unterschriftenaktion setzen sich der Grünen-Stadtverordnete Frank Heinke (r.) und einige Anwohner für den Erhalt des Hauses in der Bahnstraße 21 ein.
Mit einer Unterschriftenaktion setzen sich der Grünen-Stadtverordnete Frank Heinke (r.) und einige Anwohner für den Erhalt des Hauses in der Bahnstraße 21 ein.

Bürgerinitiative will das historische Gebäude erhalten und initiiert eine Unterschriftenaktion

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05. September 2017, 05:00 Uhr

Eigentlich ist längst klar, dass das Gebäude in der Bahnstraße 21/Wilhelmstraße abgerissen werden soll. „Der Bedarf an Stellplätzen in der Innenstadt ist da. Darauf wollen wir reagieren“, sagte Bürgermeister Oliver Hermann vor einiger Zeit auf eine Anfrage des Abgeordneten Frank Heinke (Bündnis 90/die Grünen) auf der Stadtverordnetenversammlung, ob es städtebaulich nicht sinnvoller wäre, das dominierende Haus zu sanieren, statt abzubrechen. Hermann reagierte mit dem Verweis auf „den desolaten baulichen Zustand des Hauses“, das bereits seit vielen Jahren nicht mehr bewohnt ist.

Doch Frank Heinke und einige Anwohner haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Haus zu bewahren ist. „Wir wünschen uns, dass die geschlossene Häuserzeile erhalten bleibt“, sagt er gestern beim Vor-Ort-Termin. Die Gruppe hat eine Unterschriftenaktion gestartet – „für den Erhalt des historischen, stadtbildprägenden Eckgebäudes (erbaut 1876) als Wohnhaus statt Abriss für die Schaffung von Parkplätzen“, wie es auf den Listen heißt. Diese werden nun in Geschäften und Lokalen rund um die Bahnstraße 21 ausgelegt. In etwa sechs Wochen sollen die Unterschriftenlisten dann dem Bürgermeister und den Stadtverordneten übergeben werden.

Die kleine Bürgerinitiative gibt es schon, seitdem die ersten Pläne für den Bau von Parkplätzen im Zuge der Ansiedlung eines neues Supermarktes existieren. „Unsere Kinder- und Schlafzimmer liegen nach hinten zum Hof und dem Areal, wo der neue Parkplatz entstehen soll. Wir befürchten Lärm und Abgase“, schildert Andreas Dobberstein, Küchenchef des Restaurants „Paraiso“ aus der Bahnstraße 17, das Problem. Er und seine Mitstreiter sind der Meinung, dass für den neuen Supermarkt die Stellflächen auf dem Dach der Prignitz-Galerie in Kombination mit den umliegenden Parkflächen ausreichen. „Außerdem könnte man den Karlplatz mit Rasengittersteinen befestigen und ihn so witterungsbeständiger machen. Dort wird ja jetzt schon geparkt“, so Heinke. Doch die Parkplätze auf dem Deck der Prignitz-Galerie, die derzeit gesperrt sind, können nicht genutzt werden. Das erklärte kürzlich der Vertreter der Eigentümergesellschaft, Ulrich Kaminski, auf einer Bauausschusssitzung. Er unterstützte damit die Stadt in ihrem Bestreben, zusätzliche Stellflächen zu schaffen. Bei der heutigen Bauausschusssitzung um 18.15 Uhr im Rathaus wollen Heinke und seine Mitstreiter den Gremiumsmitgliedern ihre Nutzungspläne für das Haus vorstellen. Bauamtsleiter Martin Hahn wollte das Thema gestern nicht kommentieren und verwies auf den Bauausschuss, in dem er die aktuelle Situation vorstellen wolle. 

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