Wittenberge : Bahnstraße 21 bleibt – irgendwie

Das Haus Bahnstraße 21 (links) bleibt stehen, in welcher Form, ist offen. Für die Prignitz-Galerie ist kein Supermarkt in Sicht.
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Das Haus Bahnstraße 21 (links) bleibt stehen, in welcher Form, ist offen. Für die Prignitz-Galerie ist kein Supermarkt in Sicht.

Komplettabriss des Hauses aus dem 19. Jahrhundert ist vom Tisch. Denkmalschutzbehörde plädiert für (teilweisen) Erhalt

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07. September 2017, 08:00 Uhr

Das ist ein Teilerfolg für alle, die den Abriss des Hauses in der Bahnstraße 21/Wilhelmstraße verhindern wollen. „Das Gebäude sollte erhalten bleiben, denn es besteht eine Denkmalwürdigkeit“, erklärte Bauamtsleiter Martin Hahn am Dienstagabend vor dem städtischen Bauausschuss die Position der Landes-Denkmalschutzbehörde.

Das sei noch kein abschließendes Urteil, so Hahn weiter. „Aber ein Rückbau wäre laut der Behörde nicht sinnvoll.“ Nun müsse geklärt werden, in welchem Maß das Gebäude aus dem Jahr 1876 erhalten bleiben kann. „Der städtebauliche Missstand bleibt. Man muss sehen, wie wir mit dem Haus umgehen, gerade weil am Brandenburg-Tag der Festzug dort entlang führt“, gab Hahn zu bedenken.

Mit dem Erhalt der Bahnstraße 21 verbunden ist auch die Nachricht, dass die große Lösung mit Zusatzparkfläche und einem Anbau für die nebenan stehende Prignitz-Galerie „für uns vom Tisch ist“, wie Hahn erklärte. Noch immer gibt es in Sachen Supermarkt in der Prignitz-Galerie keine Lösung. „Der Leerstand bleibt wie auch die Frage, was mit der Galerie passiert.“ Nun fällt bei der Suche nach Platz für einen Vollsortimenter der Blick der Stadtverwaltung erneut auf die Sternpassage und die Fruchthalle. Jedoch befindet sich letztere nicht mehr im zentralen Versorgungsbereich, der im B-Plan Einzelhandel Nummer 26 ausgewiesen ist. Deswegen müsste dieser B-Plan-Entwurf geändert werden. In den kommenden Monaten solle die Öffentlichkeit bei diesem Thema beteiligt werden. „Wir können uns ein öffentliches Forum zum Thema Einzelhandel vorstellen“, sagte Martin Hahn.

Für das Landesamt für Denkmalpflege ist die Bahnstraße 21 aus städtebaulicher Sicht ein bedeutendes Bauwerk. „Für mich stand die Frontansicht dieses Hauses nie zur Disposition. Es ging maximal um den Abbruch des hinteren Teils für Parkplätze“, sagte Haiko Türk von der Behörde gestern auf Anfrage. „Eine Platzsituation in diesem Innenstadtbereich, wie es ein Komplettabriss bedeuten würde, halte ich für nicht sinnvoll. Das würde eine erhebliche Wunde in der Stadt reißen. So etwas soll eigentlich immer vermieden werden.“ Sein Haus habe die Stadt gebeten zu prüfen, inwiefern zumindest die Fassade an der Bahnstraße erhalten bleiben könnte. Dahinter wären dann Stellplätze denkbar. „Oder man könnte sogar die Obergeschosse wieder nutzbar machen.“ Doch diese Anstöße müssten erst aus Kostensicht geprüft werden. Haiko Türk betonte, dass die Stadt Einzelhandel in diesem Bereich benötige, „aber man sollte mit Augenmaß vorgehen“.

Stadtverordneter Frank Heinke (Grüne), der mit Anwohnern eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Bahnstraße 21 ins Leben gerufen hat, zeigte sich erfreut von der Entwicklung. Bauausschuss-Vorsitzender Marcel Elverich (SPD) sagte: „Es freut mich, dass die Bahnstraße 21 stehen bleibt. Aber ich bin besorgt um die generelle Entwicklung der Bahnstraße. Die Händler brauchen unsere Hilfe“.

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