zur Navigation springen
Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 07:37 Uhr

Wittenberge : Bahnhofskauf wird ernst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt und WGW liegt der erste Vertragsentwurf vor. Die Agentur arbeitet an Nutzungsvarianten

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Es wird ernst mit dem Kauf des Bahnhofsgebäudes. Der Stadt bzw. der Wohnungsbaugesellschaft (WGW) als 100-prozentige Tochter der Kommune hat die Bahn AG jetzt den ersten Vertragsentwurf für den Erwerb des Empfangsgebäudes vorgelegt, sagt auf Nachfrage Bauamtsleiter Martin Hahn. Zum darin enthaltenen Kaufpreis äußert sich die Stadt nicht. Hahn sagt aber so viel: „Es gibt den Bahnhof nicht zum Nulltarif und auch nicht für einen symbolisch Euro.“ Die Stadt muss augenscheinlich richtig Geld hinlegen. Trotzdem hat sie sich für den Erwerb des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts entschieden. Der Grund: Über Jahre hatte die Kommune gemeinsam mit der Bahn AG zuvor nach einem potenten Käufer oder Investor gesucht. Aber ohne Erfolg. Um das riesige stadtbildprägende Gebäude langfristig zu sichern und eine Belebung voran zu treiben, hat die Kommune dann Ende 2016 öffentlich gemacht, dass sie selbst nun Eigentümer werden wolle.

Die Nutzfläche im Empfangsgebäude beträgt rund 3000 Quadratmeter. Einen geringen Teil davon wird auch nach Verkauf nach eigenem Bekunden weiterhin die Bahn AG für technische Anlagen benötigen. Und die anderen Flächen?

Gastronomie, Zeitschriftenverkauf, Shops, ja auch Bibliothek oder Serviceeinrichtungen: Vieles ist denkbar. Aber was funktioniert?

Konzeptionelle Antworten erwartet die Kommune von der Agentur BahnStadt, deren Kompetenz nach eigenen Angaben das Entwickeln, Planen und Steuern von Bahnhöfen ist.

Erfahrungen sammeln in Sachsen-Anhalt

Derzeit arbeitet die Agentur an Nutzungsvarianten für Wittenberge. „Ende August haben wir einen weiteren Termin mit den Planern, um Vorschläge durchzugehen“, kündigt Hahn an. Er rechnet damit, dass „wir Ende des Jahres eine finale Variante haben, wie die Nutzung aussehen kann“.

Die BahnStadt-Planer haben Erfahrungen bei der Vitalisierung von Empfangsgebäuden, die Kommunen erworben haben. Sie sind beispielsweise in Sachsen-Anhalt tätig, wo das Land eine eigene Förderstrategie für die Entwicklung von Bahnhofsgebäude aufgelegt hat.

Die Stadt- und die Unternehmensspitze der WGW wollten sich selbst ein Bild machen, wie eine solche Umnutzung eines Bahnhofsgebäudes aussehen kann, waren deshalb beispielsweise in Thale im Harz – deutlich kleiner als Wittenberge – und in Sangerhausen.

Als Erfahrungsfazit dieser Besichtigungstour formuliert der Bauamtsleiter: „Es läuft überall auf eine Mischnutzung hinaus. Man benötigt zahlreiche Mieter mit den verschiedensten Angeboten, also Ankermieter, um so ein Gebäude auf Dauer zu füllen und sinnvoll zu nutzen.“ Wie Hahn sagt, sei das wahrscheinlich am besten mit verschiedenen Nutzungsbausteinen zu erreichen.

Damit sich Wittenberger selbst ein Bild von dem Bahnhofsgebäude machen können mit seiner großen Empfangshalle, den Räumlichkeiten in den Obergeschossen, die zu DDR-Zeiten vom Reichsbahnamt einschließlich Dispatcherleitung genutzt wurden, bis hin zur großen ehemaligen MITROPA-Gaststätte, plant die Stadt für den Herbst einen Tag der offenen Tür. Den Termin gibt es rechtzeitig.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen