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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 14:01 Uhr

Bad Wilsnack : Bahnhof wird wiederbelebt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Im Dezember eröffnen im altehrwürdigen Gebäude in Bad Wilsnack Bistro, Hofladen und acht Ferienwohnungen.

svz.de von
erstellt am 07.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Ohne große Schlagzeilen, eher unbemerkt, vollzieht sich gegenwärtig in Bad Wilsnack eine Gebäudeumnutzung, um die die Kurstadt viele andere Kommunen beneiden werden: Dem seit vielen Jahren leer stehenden Bahnhofsgebäude wird neues Leben eingehaucht. Geplanter Einweihungstermin ist Anfang Dezember.

„In das Erdgeschoss ziehen ein Fahrradverleih, ein Bistro sowie ein Hofladen mit regionalen Produkten ein. Weitere Nutzungen sind im Gespräch, über eine Möglichkeit befinden die Stadtverordneten auf ihrer nächsten Sitzung. Auch ist Platz für Toiletten einschließlich Behinderten-WC. Im Obergeschoss entstehen acht Ferienappartements – davon drei mit einem Wohn- und Schlafbereich und fünf Einraumwohnungen “, erfuhr der „Prignitzer“ von Dirk Gläser, Vorstandsvorsitzender der Agrarproduktivgenossenschaft APG Abbendorf. Eigentümer und Bauherr zugleich sind die Tochtergesellschaften APG Legde und die Landschaftspflege GmbH Rühstädt. Die APG erwarb die Liegenschaft von der Stadt, die das Gebäude und Grundstück zuvor von der Bahn gekauft hatte.

„Wir suchten schon lange nach einer Möglichkeit der Direktvermarktung für Produkte der Region. Urgedanke war die Schaffung eines Hofladens. Dann bot sich der Stadt die Möglichkeit, den Bahnhof zu erwerben, die ihrerseits nach Nutzungsvarianten für das Gebäude suchte. Für unser Anliegen war der Bahnhof eine Nummer zu groß. Und so entstand in Kooperation von Stadt und APG ein gemeinsames Nutzungskonzept“, erzählt Gläser. „Wir versprechen uns mit diesem Konzept eine Förderung und Entwicklung besonders des Tourismus, was der Stadt und dem Umland zugleich zu Gute kommt“, bekräftigt Dieter Spielmann, neu gewähltes ehrenamtliches Stadtoberhaupt.

Finanziert wird das Vorhaben durch Eigenmittel des Investors und durch Gelder aus dem Agrarinvestitionsförderprogramm Teil 3 „Diversifizierung“. Es ermöglicht Landwirtschaftsunternehmen, zusätzlich zur eigentlichen Produktion weitere Einnahmequellen zu erschließen, wie Direktvermarktung oder Ferienquartiere.

Erste Entkernungen im Gebäude begannen im Februar, die eigentlichen Bauarbeiten starteten im April. Der 1846 errichtete Bahnhof war wesentlich kleiner als der heutige Bau, er war quadratisch und umfasste nur vier Fensterachsen zur Bahn- und Straßenseite. 1882 wurde er in Westrichtung erheblich um vier Achsen verlängert. 1927 nahm die Bahn weitere Umbauten vor, um Dienstwohnungen zu schaffen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Da in seinem Innern grundlegend saniert und auch umgebaut werden muss, gibt es hier nur wenige Auflagen. So sind unter anderem die Eingangstür und eine Windfangtür oben zu erhalten. „Unser Anliegen ist es jedoch, möglichst viel Historisches zu erhalten, um den Charakter eines Bahnhofs zu bewahren. So werden die Eingangstür der ehemaligen Bahnhofsgaststätte und der Fahrkartenschalter mit Luke in den Umbau integriert“, betont Gläser.

Perspektivisch könnte auch das Dachgeschoss ausgebaut werden, hat es doch eine normale Wohnraumhöhe. „Eine Idee wäre, hier einfache Quartiere für Pilger einzurichten“, so Gläser. Doch sei das Zukunftsmusik, denn nach Fertigstellung von Erd- und Obergeschoss müsse man erst mal etwas einnehmen. Was der APG-Chef auch klar stellen möchte: Der umgebaute Bahnhof – einen neuen Namen gibt es noch nicht – soll keine Konkurrenz zu bestehenden gastronomischen Einrichtungen der Stadt sein.

„Sicher werden die Gäste einen Kaffee oder Imbiss zu sich nehmen wollen, doch wird das Bistro kein Speiseangebot vorhalten“, erklärt Gläser, der deutlich macht, dass es bei der Umsetzung neuer Ideen nur miteinander und nicht gegeneinander gehen könne.



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