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Probleme beim RE6 : Bahn-Ausfall: Schulweg dauert drei Stunden

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Fahrt zum Gymnasium nach Pritzwalk wird durch den Schienenersatzverkehr zur Odyssee

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Der Schienenersatzverkehr auf der Strecke des RE6 (Prignitz-Express) sorgt für Unmut bei Eltern. Denn die Notlösung sorgt dafür, dass einige Kinder deutlich mehr Zeit für ihren Schulweg benötigen.

So meldete sich Yvonne Heimann aus Rohlsdorf per E-Mail bei uns. Sie schildert, dass ihr 14-jähriger Sohn für die 20 Kilometer zum Pritzwalker Gymnasium nun gut dreieinhalb Stunden benötigt, „weil sich keiner die Mühe gemacht hat, einmal zu prüfen, ob denn die Fahrpläne der Anschlussbusse mit denen des Ersatzverkehres harmonieren“. Yvonne Heimann schildert, dass ihr Sohn, wenn er um 13.30 Uhr mit der Schule fertig ist, 70 Minuten auf den Ersatzbus warten muss. Der Regionalexpress fuhr bereits nach 45 Minuten. „Nach einer 15-minütigen Fahrt erreicht er seine Umstiegsstation, nur dass sein Anschlussbus bereits seit 20 Minuten weg ist! Also heißt es warten auf den nächsten Bus – der kommt dann um 16.35 Uhr. Dann nochmal 30 Minuten Fahrt und er ist daheim“, berichtet die Rohlsdorferin. „Leider habe ich auch das Gefühl, dass wir Eltern mit diesem Problem allein gelassen werden. Momentan fühlen sich alle Eltern rat- und hilflos, sogar ausgeliefert.“ So helfen sich die Betroffenen selbst und holen ihre Kinder täglich aus der Schule heim, da sie die langen Wartezeiten bei den Temperaturen nicht hinnehmen wollen. „Aber das kann es nicht sein“, schreibt Yvonne Heimann.

Die zuständige Fachbereichsleiterin beim Kreis Edelgard Schimko betonte am Montag auf Anfrage, dass auch die Verwaltung erst sehr kurzfristig von dem flächendeckenden Zugausfall erfahren habe. „Wir hatten keine Zeit mehr zu reagieren. Am Montag nach den Ferien hatten wir gleich den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, der der Vertragspartner ist, kontaktiert. Aber dort wusste man auch nicht Bescheid.“

Ihre Mitarbeiter hätten vergangenen Montag Absprachen getroffen, damit Sonderbusse die betroffenen Schulen direkt anfahren und lange Wartezeiten so gut es geht, vermieden werden. Grundsätzlich habe der Kreis und die neue Arbeitsgemeinschaft Prignitzbus keinen Spielraum bei den Fahrzeiten der Linienbusse, da der Plan sehr eng gestrickt sei. „Wir können nicht den gesamten Plan für den Personennahverkehr umbauen.“ Ob es rechtlich noch vertretbar ist, dass ein Schulkind dreieinhalb Stunden zur Schule unterwegs ist, wollte Edelgard Schimko nicht kommentieren, da sie den Fall nicht konkret kenne.

Die Deutsche Bahn erklärte am Montag auf „Prignitzer“-Anfrage, dass die Verzögerungen dadurch eintreten, dass die Ersatzbusse sehr viele Zwischenstopps einlegen und dadurch länger brauchten. „Dass es in diesem Fall zu so einer Verzögerung gekommen ist, tut uns leid. Dafür kann ich mich nur entschuldigen“, so Regionalsprecher Holger Auferkamp. Die Abstimmung der Zug- und Busfahrpläne sei sehr schwierig.

Die Hoffnung für alle Eltern mit ähnlichen Problemen ist, dass ab morgen wieder Züge zwischen Wittenberge und Wittstock verkehren sollen und somit auch Pritzwalk angefahren werden würde. „Diesen Termin werden wir halten“, versprach Auferkamp.

 

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