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Der Prignitzer

18. November 2017 | 18:56 Uhr

Badeopfer wird obduziert

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2013 | 07:04 Uhr

Perleberg | Der Leichnam des 26-Jährigen, der am Sonnabend im Badesee des Sport- und Vital-Resorts Neuer Hennings Hof zu Tode kam, wird obduziert. Das erfuhr der "Prignitzer" gestern auf Nachfrage von der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Damit soll die Todesursache des Mannes geklärt werden, der laut Polizeiaussagen beim Baden einen Ball aus dem Wasser holen wollte, sich in Gewässerpflanzen verfangen hatte und nicht mehr in der Lage war, sich zu retten. Erst am Sonntag wurde der Tote dann aus einem stark verkrauteten Bereich des Sees geborgen. Der "Prignitzer" berichtete.

Oberstaatsanwältin Lolita Lodenkämper teilte gestern außerdem mit, dass die Staatsanwaltschaft im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens prüfe, "ob eventuell ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflichten" vorliege.

Gestern luden der Betreiber der Hotelanlage, Uwe Dinnebier, sowie Hotelmanager Christian Langer zu einem Pressegespräch. Sie kamen sofort auf den für sie wichtigsten Punkt: Von Schlingpflanzen könne keine Rede sein, sondern es handele sich um verfaulte Pflanzenteile unter anderem der Wasserpest. "Die reißen sofort ein und können Erwachsene nicht in die Tiefe ziehen", betonte Dinnebier. Beide Hotelsprecher zeigten sich "fassungslos und geschockt" von dem Unfall.

Sie und Perlebergs Bürgermeister Fred Fischer berichteten von Gesprächen mit den engsten Angehörigen, denen sie ihren Beistand zugesagt hätten.

Den Sprechern war in dem Moment noch unbekannt, ob die Staatsanwaltschaft eine Obduktion beantragen werde. Dinnebier, Langer und der Bürgermeister erklärten aber, dass es für sie und vermutlich auch für die Familie sehr wichtig sei, die genaue Todesursache zu kennen. So überlegte Dinnebier, ob der Mann womöglich gesundheitliche Probleme gehabt habe.

Schon nach vier Minuten sei die Feuerwehr am Unglücksort eingetroffen, berichtete Uwe Schleich als Vertreter des Ordnungsamtes. Er lobte die präzise Einweisung durch Mitarbeiter der Hotelanlage.

Auf Fragen nach der bisherigen und zukünftigen Aufsicht über das Areal, das von Hotelgästen und der Bevölkerung Perlebergs gleichermaßen genutzt wird, gab es keine Antworten. Uwe Dinnebier und Christian Langer wiesen auf tägliche Kontrollgänge in der gesamten Anlage hin. Fred Fischer zeigte sich "glücklich" darüber, dass den Einwohnern ein solches Naherholungsgelände zur Verfügung steht.

Uwe Schleich pflichtete dem Bürgermeister bei, dass nicht alle natürlichen Gewässer, wie etwa die Stepenitz, "hundertprozentig gesichert werden können". Doch Stadt- und Hotelsprecher konnten in dem Moment gestern noch nicht die zweite Entscheidung der Staatsanwaltschaft Neuruppin kennen, die nun auch prüfen lassen will, ob nicht womöglich doch von jemand Verkehrssicherungspflichten verletzt wurden.

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