B 5: Entschärfung gefordert

„Verkehrsunfälle, die aufgrund von Vorfahrtsfehlern oder Überschreitungen des Tempolimits geschehen, ziehen  viele Verletzte nach sich.“ - Bodo Zackert, Leiter der Wache Perleberg
„Verkehrsunfälle, die aufgrund von Vorfahrtsfehlern oder Überschreitungen des Tempolimits geschehen, ziehen viele Verletzte nach sich.“ - Bodo Zackert, Leiter der Wache Perleberg

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11. September 2012, 06:28 Uhr

Perleberg | Die Rolandstadt ist schon seit längerem die Stadt im Landkreis Prignitz mit der höchsten Verkehrsunfallbelastung. Auch die bisher für 2012 vorliegenden Zahlen und die Prognose besagen nichts anderes. Im Stadtparlament informierte jetzt der Leiter der Polizeiwache Perleberg, Erster Polizeihauptkommissar Bodo Zackert, über die aktuelle Lage.

Die war in der jüngsten Vergangenheit vor allem von sehr schweren Unfällen geprägt. Insgesamt vier Todesopfer forderten drei Crashs auf der B 189, als bei einem Wendemanöver auf der durchgezogenen doppelten Linie zwei Pkw-Insassen ums Leben kamen, sowie zweimal auf der B 5 in Höhe des Abzweigs Schönfeld.

Für die Entschärfung dieses B 5-Abschnitts setzt sich die Stadt jetzt sowohl beim Landkreis als auch beim brandenburgischen Infra strukturministerium ein. Schriftlich wurden die zuständigen Behörden darum gebeten, zeitnah alle entsprechenden Möglichkeiten und Alternativen zu prüfen.

Insgesamt ereigneten sich vom 1. Januar bis zum 31. August im Stadtgebiet 340 Verkehrsunfälle, die - neben den genannten Todesopfern - auch bereits 39 Verletzte forderten. Bis zum Jahresende, so Bodo Zackert, könne man von rund 510 Unfällen ausgehen. Das wäre dann im Vergleich zu den Vorjahren ein eher niedriger Wert. 2011 ging mit 533 Verkehrsunfällen in die Statistik der Perleberger Wache ein, 2010 mit dem Spitzenwert von 591 und 2009 mit 578 Unfällen. In Wittenberge ereigneten sich 2011 insgesamt 483 Verkehrsunfälle, im Pritzwalker Stadtgebiet waren es 492.

Die zahlenmäßig meisten Crashs haben in Perleberg ihre Ursache in der Missachtung des Sicherheitsabstandes (2012: 85), viele Unfälle geschehen aber auch beim Wenden und Rückwärtsfahren (72). Wildunfälle nehmen ebenfalls einen vorderen Platz ein: Bis Ende August ereigneten sich 63, vornehmlich auf den Bundesstraßen 5 und 189. Mehr Sorgen bereiten der Polizei allerdings andere Unfallursachen. Bodo Zackert erklärt, warum: "Verkehrsunfälle, die aufgrund von Vorfahrtsfehlern oder Überschreitungen des Tempolimits geschehen, ziehen eine vergleichsweise hohe Zahl an Verletzten nach sich." Das geschieht immerhin bei rund der Hälfte dieser Unfälle.

Als Unfallschwerpunkte in der Stadt und den Ortsteilen macht die Polizei - neben den Bundesstraßen - das gesamte Stadtzentrum sowie die Parkplätze am Kreiskrankenhaus sowie an den Einkaufsmärkten aus. Eine zeitliche Häufung, so Bodo Zackert, sei donnerstags und freitags jeweils zwischen 9 und 12 sowie 14 und 17 Uhr zu beobachten.

Untersuchungen gibt es auch zum Alter der Unfallverursacher. Mehr als die Hälfte aller Crashs entfällt in Perleberg demnach auf die Gruppen der jungen Fahrer und der Senioren: Bei den Jungen sind es 24,7 Prozent. Die Senioren, so Zackert, ziehen stark nach, lägen derzeit bei 28 Prozent. "Und diese Tendenz hält an", macht der Experte deutlich.

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