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B 189: Kuhbier droht die nächste Verlängerung

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erstellt am 15.Aug.2012 | 07:30 Uhr

Kuhbier | Die ersten Worte des Staatssekretärs Jan Mücke (FDP) aus dem Bundesverkehrsministerium klangen gestern noch gut in Kuhbier: Für die Ortsumgehung der B 189 bestehe Baurecht, etwa zehn Millionen Euro des Bundes stünden zur Verfügung, laut Plan könnte Anfang November ein Bauvertrag unterzeichnet werden.

Doch alles was danach zu hören war, klang weniger gut. In diesem Jahr wird der Bau keinesfalls fertig - das hatte Mücke noch bei seinem ersten Besuch im März versprochen. Grund für die wiederholte Verzögerung seien Probleme mit dem eigentlich unterschriftsreifen Vertrag gewesen. Erstmals sieht dieser für Brandenburg vor, dass der Baubetrieb 30 Jahre lang in der Gewährleistungspflicht bleibt. Bundesweit gebe es erst acht dieser Verträge. Warum sich dennoch die Prüfung so lange hinzog, kann den Einwohner niemand oder will ihnen niemand beantworten.

Folge dieser Verzögerung über Monate ist eine erneute Ausschreibung, die bis zum 27, August laufe. Sollte es dann einen Vertrag geben, erhalte der Betrieb eine 15-monatige Bauzeit. Damit muss die Umgehung auch 2013 noch nicht fertig werden.

Noch schlimmer wird es, wenn es kein wirtschaftlich tragfähiges Angebot geben sollte, wie Einwohner auf Nachfrage erfuhren. "In diesem Fall werden wir eine neue Ausschreibung nach dem herkömmlichen Modell auf den Weg bringen. Das Geld für den Bau ist aber sicher", sagte Jan Mücke. Möglicher Baubeginn? Keine Antwort.

Mücke betonte, dass für die Ausschreibung und die Vertragsunterzeichnungen das Landesamt für Straßenwesen, das gestern nicht vertreten war, zuständig ist. Jedoch erwähnte er nicht explizit, dass genau diese Behörde den ersten Vertrag längst für gut befunden hatte, aber dann das Bundesministerium mehr als sechs Monate benötigte, um den Vertrag zu prüfen. Erst dadurch wurde die erneute Ausschreibung notwendig.

Die Einwohner bleiben angesichts dieser Tatsachen skeptisch. Seit fast 20 Jahren werden sie mit dem Bau der Ortsumgehung vertröstet. Wie unerträglich die Situation ist, machte Cordula Schulz sehr emotional deutlich. Anschaulich erklärte sie, dass das Leben in Kuhbier kaum noch erträglich sei und krank mache. Ortsbürgermeister Kurt Essel rechnete es Jan Mücke an, dass er als einziger Politiker bisher zum zweiten Mal nach Kuhbier gekommen sei. Erstmals war gestern auch die Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD) dabei.

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