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Der Prignitzer

24. November 2017 | 23:37 Uhr

B 189: Die unendliche Geschichte

vom

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2012 | 05:43 Uhr

Kuhbier | An der Nase herumgeführt fühlen sich die Einwohner von Kuhbier schon seit vielen Jahren, was den Bau der B 189-Ortsumgehung betrifft. In der Sitzung des Ortsbeirates am Freitagabend einigte man sich darauf, wiederum mit Protestaktionen Druck machen zu wollen, wenn die nächste Frist für die Realisierung des Vorhabens verstreichen sollte, ohne dass sich etwas vorwärts bewegt hat.

Die Zuschlagsfrist für die Vergabe des Bauvorhabens sei noch einmal bis morgen verlängert worden, äußerte Kerstin Finis-Keck, Leiterin der Niederlassung West des Landesbetriebes Straßenwesen, in der vergangenen Woche auf Nachfrage unserer Redaktion. Der geplante erste Spatenstich könne demzufolge durchaus noch im März erfolgen oder aber im April. Die jüngsten Verzögerungen ergaben sich durch lange Prüfungszeiträume seitens des Bundesverkehrsministeriums. Das wiederum hängt damit zusammen, dass für die Errichtung der Ortsumgehung ein so genannter Funktionsbauvertrag abgeschlossen werden soll, der beinhaltet, dass die bauausführende Firma die Instandhaltung der Straße für 30 Jahre übernehmen muss.

Bei den Mitgliedern des Ortsbeirates provoziert allein dieser Umstand Kopfschütteln. "Welche Firma verpflichtet sich denn für 30 Jahre?", fragt skeptisch Reinhard Geisler. Ortsvorsteher Kurt Essel glaubt nicht an die Vertragsunterzeichnung bis morgen. In Kuhbier ist man daher vielmehr bereits mit den Vorbereitungen für die nächste Straßenblockade beschäftigt - zunächst einmal theoretisch. "Sollte sich der nun für März geplante Baustart wieder verschieben, werden wir eine Versammlung unter freiem Himmel beantragen", sagt Essel. Und diese Sperrung werde dann nicht nur 20 Minuten dauern, sondern sehr viel länger. Nötigenfalls organisiere man auch einfach einen Umzug durchs Dorf, wenn die zeitlichen Auflagen für eine Versammlung zu eng sein sollten. Umliegende Orte hätten bereits ihre Solidarität bekundet, würden zur Protestaktion auch mit Leuten nach Kuhbier kommen.

Unterstützung - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - gewährt ebenso die Polizei, wie Thomas Lesker, Revierpolizist in der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), und Jürgen Kelm, amtierender Revierleiter in Pritzwalk, am Freitagabend deutlich machten. "Dem jahrelangen Engagement der Einwohner muss man wirklich Respekt zollen. Wir stehen ihnen, so gut wir können, zur Seite", so Kelm. In den zurückliegenden anderthalb Jahren habe es in Kuhbier seitens der Polizei zwölf Laser-Tempokontrollen gegeben. 75 Kraftfahrer wurden zur Verantwortung gezogen, davon waren aber nur zwei mehr als 20 km/h zu schnell. "Die Autofahrer warnen sich mit Lichthupe. Um das ahnden zu können, müssten wir mit vier, statt nur mit zwei Kräften vor Ort sein", beschreibt Kelm die Grenzen solcher Methoden. Um kurzfristig Entlastung vom enormen Lkw-Aufkommen zu schaffen, ist überdies im Gespräch, dass eine Sonderüberwachungsgruppe der Verkehrspolizei Laster in Kuhbier in großem Stil kontrolliert. Dazu, so Thomas Lesker, gebe es aber noch keine Entscheidung.

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