Wittenberger Unfallschwerpunkt : B 189 bekommt einen neuen Blitzer

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Radarfalle soll an Kreuzung Bentwischer Weg Unfallrisiko senken.

svz.de von
15. Dezember 2013, 15:00 Uhr

Am Montag ist es wieder passiert: Die Kreuzung B 189/Bentwischer Weg wurde zum Schauplatz eines tragischen Unfalls. Eine 16-jährige Radfahrerin wollte bei defekter Ampel die Straße überqueren, wurde dabei von einem Lkw erfasst und schwer verletzt. Immer wieder berichtete der „Prignitzer“ in den vergangenen Jahren über derartige Ereignisse, auch viele Leser wandten sich regelmäßig mit Nachfragen zur Verkehrssicherheit der Kreuzung oder mit Hinweisen zu defekten Ampeln an die Redaktion.

Die „gefühlte“ Unsicherheit dieser Kreuzung lässt sich mit Zahlen untermauern. Seit 2010 führt die Polizeistatistik 15 Unfälle auf. Allein 2010 gab es sieben Unfälle, davon einer mit einer leicht verletzten Person. 2011 und 2012 krachte es je dreimal, insgesamt zwei Verkehrsteilnehmer wurden verletzt. 2013 sind bisher zwei Unfälle registriert, bei denen ein Mensch schwer und einer leicht verletzt wurde. Am stärksten dürfte jedoch der Unfall vom 25. Oktober 2009 in Erinnerung geblieben sein, als hier gegen 14 Uhr ein Lkw mit einem Kia zusammenstieß, wobei der Pkw-Fahrer noch an der Unfallstelle verstarb.

Nachdem die Kreuzung bereits mehrfach von Experten untersucht und modifiziert worden war, ohne dass sich das Unfallgeschehen merklich reduziert hat, greift der Kreis nun zur Ultima Ratio. „Im Frühjahr 2014 wird in diesem Bereich eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage installiert“, sagt Jürgen Nüsse, Leiter der kreislichen Verkehrsbehörde, auf Nachfrage.

„In einem ersten Schritt war die Beschilderung geändert worden. Der Grünpfeil aus Richtung Wittenberge wurde entfernt, da es hier mehrfach zu Abbiegeunfällen gekommen war. Weiterhin sind die Vorfahrtsschilder im Bentwischer Weg vergrößert und auf beiden Straßenseiten aufgestellt worden, damit die Fahrer sie bei Ausfall der Ampel besser wahrnehmen“, erklärt der Behördenchef. Auch am Tempolimit wurde etwas geändert. „Zum einen haben wir die Aufhebung der 70er-Strecke weiter in Richtung Perleberg versetzt. Weiterhin ist der Abschnitt zwischen dem Abzweig Gewerbegebiet und Bentwischer Weg inzwischen auf 70 km/h beschränkt, und diese Beschränkung soll künftig auch durch die stationäre Überwachungsanlage durchgesetzt werden.“

Tempolimit notwendig für ordentlichen Verkehrsfluss

Dies sei notwendig, da Verkehrsbeobachtungen ergeben hätten, dass viele Fahrer in diesem Abschnitt stark beschleunigen, um die Grünphase an der Unfallkreuzung noch zu erwischen, und so häufig erst bei Gelb oder sogar Rot die Kreuzung passieren. „Die Ampelschaltung ist jedoch auf die hier laut Beschilderung zulässigen Geschwindigkeiten optimiert. Halten sich die Fahrer nicht daran, funktioniert der Verkehrsfluss auch nicht“, so Nüsse.

Der Landesbetrieb Straßenwesen hat dem Plan des Kreises, einen Blitzer zu installieren, zugestimmt. In Bezug auf die Betriebszeiten der Ampel, die vom frühen Morgen bis zum Abend andauern, heißt es, dass diese nach Auffassung der beteiligten Behörden und der Polizei ausreichend sind. Ein durchgehender Betrieb sei nicht geplant.
 

Kommentar

Warum der Blitzer hier sinnvoll ist
von Lars Reinhold

„Wie wäre es mal mit einem Blitzer, wo er wirklich sinnvoll ist?“ – Diese Frage wurde in einem „Prignitzer“-Kommentar bereits im September 2010 gestellt. Jetzt scheinen auch die Verantwortlichen ein Einsehen zu haben, dass im Bereich dieser Kreuzung drastische Maßnahmen nötig sind, um den Verkehr in den Griff zu bekommen. Ob Unfallschwerpunkt im Sinne der Verordnungen oder nicht: Hier hat es regelmäßig gekracht, es gab einen Toten und mehrere Verletzte. Ein offensichtlich aufgestellter Blitzer kann präventiv wirken und dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden – und er wird der Verwaltung kaum als Maßnahme zur Aufbesserung des Kreishaushaltes vorgeworfen werden.

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