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Unglück am Wittenberger Hafen : Auto rollt in den Nedwighafen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Besitzer kann den Wagen nicht stoppen und wird schwerstverletzt – Potsdamer Feuerwehrtaucher bergen das Fahrzeug aus dem Wasser.

von
erstellt am 15.Aug.2017 | 18:00 Uhr

Dramatische Szenen heute früh im Nedwighafen: Ein Auto stürzt ins Hafenbecken. Der Eigentümer und ein Bekannter versuchen noch, den Wagen aufzuhalten. Sie können den Pkw nicht halten. Der Bekannte kann sich, wie er erzählt, gerade noch mit einem Sprung zur Seite retten.

Der Pkw-Besitzer soll, so heißt es später, von seinem Wagen überrollt worden sein. „Er lag unten an der Böschung halb im Wasser“, erzählt Uwe Kasten. Er ist jener Bekannte. Heute früh hatte er sich beim Bootsanleger von River Cruises einen Platz zum Angeln gesucht. Der Bekannte kommt vorbei, stellt seinen Wagen neben den des Anglers. Die Männer kommen ins Gespräch, als sich wohl abrupt der silberfarbene Kombi in Bewegung setzt. Die Böschung zum Wasser ist steil. Es gibt keinen Bord. Steine und Gras sind wahrscheinlich noch feucht von der Nacht. Die Männer dürften bei ihrem Versuch, das Auto aufzuhalten, auf ihnen kaum Halt gefunden haben.

Uwe Kasten kümmert sich um den Verunglückten. „Ich habe sofort den Notarzt gerufen, der auch ganz schnell hier war.“ Auch der Rettungshelikopter fliegt in den Hafen. Der 71-jährige Verunglückte wird in das Unfallkrankenhaus nach Berlin-Buch gebracht.

Helikopter, Rettungswagen, Polizei: Auf dem Elbdeich sammeln sich Leute. Einige sagen, sie hätten das schreckliche Geschehen im Nedwighafen beobachtet. Eine Frau erzählt, sie habe das Auto noch treiben sehen, bevor es unterging.

Der Hafenmeister berichtet, wie ein Sportbootführer und ein zweiter Mann noch versucht haben, an dem Wagen ein Seil zu befestigen, damit es nicht untergeht. Vergebens.

Die Wittenberger Feuerwehr – sie ist mit 15 Kameraden vor Ort – legt eine Ölsperre, damit der Wind eventuell austretende Betriebsstoffe nicht in den Nedwighafen drückt.

Das Auto liegt zwei Meter tief im Wasser. „Wir haben zur Bergung Taucher angefordert“, sagen Wittenberges Wehrchef Lars Wirwich und der stellvertretende Kreisbrandmeister Volker Lehmann, der sich ein Bild vor Ort machen möchte.

Um kurz vor 13 Uhr treffen die Taucher von der Berufsfeuerwehr Potsdam ein. Dann geht alles ganz schnell. Andy Hertel und Andreas Herper, zwei der fünf Taucher, machen sich fertig, gehen ins Wasser. Nur wenige Minuten vergehen, da meldet Hertel: „Ich habe den Wagen gefunden. Er liegt in etwa zwei Meter Tiefe.“ Viel sehen könne man unter Wasser nicht, höchstens einen halben Meter weit, sagt der Feuerwehrtaucher. Die Suche nach dem Pkw war mehr ein Tasten.

Die beiden Taucher befestigen Schluppen an den Rädern. Mit der Seilwinde ihres Löschfahrzeuges beginnen die Kameraden, von der Slipanlage aus das Fahrzeug aus dem Wasser zu ziehen. Nur Minuten, dann ist es geschafft.  

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