Starkes Unternehmen : Austrotherm plant Ausbildung

Werkleiter Lars Peter (r.) erklärt Minister Albrecht Gerber den Ablauf der Produktion bei Austrotherm. Fotos: Hanno Taufenbach(2)
1 von 2
Werkleiter Lars Peter (r.) erklärt Minister Albrecht Gerber den Ablauf der Produktion bei Austrotherm. Fotos: Hanno Taufenbach(2)

Dämmstoffproduzent zieht Fazit nach dem ersten Produktionsjahr

von
03. September 2015, 08:00 Uhr

Seit gut zwölf Monaten produziert das Werk Austrotherm in Wittenberge seine Dämmstoffplatten und Werkleiter Lars Peter spricht von einer guten Auslastung. „30 Lkw verlassen unser Unternehmen täglich“, sagt er. Worte, die Wirtschaftsminister Albrecht Gerber gerne hört. Er besuchte gestern diesen und weitere Betriebe, sprach mit Unternehmern und Bürgermeistern.

Lars Peter nahm dabei kein Blatt vor den Mund, sondern legte den Finger in offene Wunden. Zu diesen gehört die noch längst nicht vollendete A 14. „Sie war und ist versprochen, für uns ist die Trasse ein wirtschaftlicher Faktor“, sagt er. Die Mehrheit der Transporte gehe in Richtung Süden.

Auch den Fachkräftemangel spüre sein Unternehmen: „Wir suchen Mitarbeiter, die wir hier nicht finden.“ Es geht beispielsweise um die Steuerung von Anlagen, um die Programmierung der Steuerungstechnik. Ab dem nächsten Jahr wolle Austrotherm selbst ausbilden, so für den eigenen Nachwuchs sorgen.

Trotz dieser zwei kritischen Anmerkungen lässt Lars Peter keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Bedingungen vor Ort sehr gut seien. 47 Arbeitskräfte sind mit der Ansiedlung im vergangenen Jahr entstanden. Die Frage nach einer geplanten Neuinvestition lässt Lars Peter im Raum schweben, dementiert sie aber nicht. Offiziell gebe es dazu keine Aussage, aber er bestätigt, dass die Hallenkapazität für eine zweite Produktionsstätte ausreicht. Richtung Skandinavien und Osteuropa soll der Export steigen.

Eine gute Zusammenarbeit besteht mit der Lebenshilfe Prignitz. Zwei bis drei Mitarbeiter der Lebenshilfe arbeiten regelmäßig im Werk und das mache beiden Seiten viel Spaß, betont Lars Peter.

All das erfährt Minister Gerber im Gespräch und während der Rundgangs durch die Produktionshalle. Ganz am Anfang darf der Minister ein Glas in den Händen halten. Darin befinden sich weiße Kugeln. Es handelt sich um Polysterol – der wichtigste Ausgangsstoff für die Produktion.

Wie dieser im Prozess erhitzt und verarbeitet wird, bis am Ende die Platte das Fließband verlässt, erfährt der Minister ebenfalls und fasst es in verständlichen Worten zusammen: „Das wirkt wie Backpulver.“ Die Experten schauen etwas nachdenklich, stimmen dann aber zu: „Ja, so kann man das sagen.“

„Ich wollte mir das Werk gerne anschauen“, gesteht Gerber. Die Idee dazu war bereits auf dem Neujahrsempfang des Wachstumskerns Prignitz (RWK) entstanden. Für Wittenberge sei das eine tolle Investition und was die wiederholt geäußerte Forderung nach der A 14 betrifft, sagt der Minister: „Sie ist ein zentrales Vorhaben unserer Regierung.“

Die Arbeit des RWK lobt er ausdrücklich und er macht deutlich, das dieses keine Pflichtworte seien: „Es gibt Wachstumskerne, die bei weitem nicht so gut zusammenarbeiten, wie dieser.“ Namen nennt er freilich nicht. Aber er sieht das Land in der Pflicht, noch mehr Industriebetriebe nach Brandenburg zu holen. Tourismus sei wichtig, „aber nur mit der Vermarktung von Treetbooten kann ein Land nicht leben“, erklärt Albrecht Gerber.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen