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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 17:55 Uhr

Auspacken erst Heiligabend erlaubt

vom

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2012 | 06:14 Uhr

Wittenberge | Große Augen bekommt Yvonne Kortum, als sie den Besuch vor ihrer Wohnungstür erblickt. Noch größere, als sie die zwei riesigen Kartons voller bunt verpackter Geschenke entdeckt. "Das ist ja Wahnsinn", ruft sie. In diesem Augenblick stecken Leon Maurice (3) und Lukas (6) ihre Köpfe durch die Tür. Ein breites Grinsen huscht über ihr Gesicht. Bescherung? Heute schon? Es ist doch noch gar nicht Weihnachten! Der DRK-Kreisverband ließ es sich trotzdem nicht nehmen, schon jetzt Geschenke zu verteilen. Für ihre Weihnachtsaktion besuchen die Mitarbeiter dieser Tage 22 Kinder aus elf Familien. Am Montag waren der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Dietrich Döring, gemeinsam mit Yvonne Schmidt, Leiterin der DRK-Tagespflege, bei Yvonne Kortum in Wittenberge.

Die alleinerziehende Mutter hat eine ganze Rasselbande unter ihrer Fittiche: Fünf Kinder, alles Jungs, der älteste neun Jahre, der jüngste fünf Monate alt, halten ihre Mama auf Trab. Die sieht das Ganze locker: "Es ist auf jeden Fall zu schaffen und nicht so anstrengend, wie man vielleicht glaubt", versichert sie. Trotzdem ist das Geld manchmal knapp. Über die Bescherung vom DRK freut sie sich deshalb sehr. "Bei den Geschenken ist ja auch gute Kleidung mit dabei, Pullover, Hosen, alles", freut sie sich. Damit die Geschenke auch keine Enttäuschung werden, durften die Jungs sich zuvor etwas wünschen. Ein elektrisches Auto und eine Eisenbahn sind darunter, verrät ihre Mutti.

Als der Besuch mit den großen Kartons ins Wohnzimmer kommt, wartet dort schon der fünf Monate alte Alexander Joel. Da klingelt es an der Tür, der vierte junge Mann, Kevin (7), kommt von der Schule nach Hause. Weil der älteste Sohn Jonas (9) erst später heimkommt, muss die Bescherung ohne ihn stattfinden. Als Yvonne Schmidt die bunt verpackten Päckchen und Tüten an die Jungs verteilt, platzen die fast vor Spannung. Ihre Augen leuchten. Am liebsten wollen sie die vielen schönen Sachen sofort auspacken. Doch noch müssen sie sich in Geduld üben: Was sie bekommen, erfahren sie erst an Heiligabend. "Die Geschenke wird dann ein Weihnachtsmann überreichen", so Yvonne Kortum. Bis dahin muss die 36-Jährige die Überraschungen vor ihren neugierigen Söhnen gut verstecken.

Die vorweihnachtliche Bescherung des DRK-Kreisverbandes gibt es schon seit zehn Jahren. "Damals spendete eine anonyme Anruferin 100 Euro an das DRK", erzählt Döring. "Das Geld wurde dann verwendet, um es Familien zu geben, wo die Kinder vielleicht nicht so schöne Weihnachten erleben." Seitdem erfüllt das DRK jedes Jahr Kinderwünsche. Wer beschenkt wird, entscheidet zuvor das Jugend- und Sozialamt des Landkreises. "Die Geschenke werden zum Teil aus Spenden, zum Teil aus dem Perleberger Kinderflohmarkt finanziert", verrät Döring. Dieser findet vier Mal im Jahr statt, die Standgebühren fließen komplett in die Weihnachtsaktion.

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