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Elblandfestspiele Wittenberge : Ausgefragt beim Kofferpacken

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Drei Sängerinnen plaudern vor ihrer Abreise nach Wittenberge über Lampenfieber, Kleider und Kritik

Vier Damen aus der österreichischen Operettenmetropole Wien sind auf den Weg nach Wittenberge. Drei von ihnen werden als Gesangssolistinnen auf der Bühne der 18. Elblandfestspiele stehen. Die US-Amerikanerin Carol Alston, als Jazzsängerin seit vielen Jahren in Europa unterwegs und inzwischen mit einem Österreicher verheiratet, die gebürtige Wiener Sopranistin Katrin Fuchs, die aus Linz stammende Mezzosopranistin Michaela Christl und ihre gemeinsame Agentin, Alexia Lindner, sprachen mit dem „Prignitzer“ über die letzten Tage vor ihrem Auftritt.

Katrin Fuchs hat noch einige hektische Tage vor sich, „da ich am Wochenende drei Abendvorstellungen und eine Matinee in Österreich singe.“ Carol Alston hingegen beschäftigt sich ruhig „am Klavier sitzend, im Kopf summend“ mit dem Auswendiglernen von Liedern und Arrangements, „um auf der Bühne frei zu sein“.

Michaela Christl liebt es, in den letzten Tagen vor einer großen Konzertveranstaltung wenig Gesellschaft zu haben, viel Natur und viel Ruhe zu genießen. Sie verbringt einige Tage vor den Wittenberger Konzerten auf Sylt. „Ich singe wenig, eigentlich nur im Kopf“, erzählt sie schmunzelnd. Sie ist die einzige unter den drei Sängerinnen, die den Norden Deutschlands kennt. Sie hat in der Wiederaufnahme des „Phantom der Oper“ in Hamburg mitgewirkt. „Ich bin in Norddeutschland immer überglücklich, habe mich in die Ostsee und die Insel Rügen verliebt.“ Besonders möge sie den trockenen Humor der Norddeutschen und sei gespannt, ob ihr der auch in Wittenberge wiederbegegne.
Sechs Wochen vor der Show beginnt Katrin Fuchs sich Gedanken über ihre Bühnenkleider zu machen. „Ich habe mich für eine größere Abendgarderobe entschieden. Bei solistischen Auftritten darf es durchaus etwas glänzen, während ich bei Ensemblenummern ein schlichteres Outfit wähle.“

Carol Alston erzählt, wie sehr sie sich „immer schwer tut, mit der ,Garderobe‘. Man hat seine Lieblingsstücke, die leider nicht immer geeignet sind. Meine Devise ist, dass man sich wohl und attraktiv fühlt.“

Was ihr Lampenfieber betrifft, meint Michaela Christl nach kurzem Nachdenken: „Ich lasse mich auf der Bühne nur sehr selten aus der Ruhe bringen.“ Ihre amerikanische Kollegin überlegt: „Lampenfieber ist eine komische Sache. Mit den Jahren überwiegt bei mir aber eher die Auftrittsfreude.“ Ihre Agentin, die dann meist im Publikum sitzt, verrät: „Wenn der Vorhang aufgeht, heißt es Daumendrücken, zurücklehnen und genießen. Das geht nicht immer, natürlich ist man nervös, aber oft ist es auch Vorfreude.“
 

Der Tag danach

 

Als einzige der vier Damen, die nicht auf der Bühne steht, hätte es Lindner mit Kritik am einfachsten. „Oft ist ein Auftritt vergleichbar mit Hochleistungssport, deshalb ein klares ,Nein!‘ ob ich mit meinen Künstlerinnen unmittelbar nach einem Auftritt ,ins Gericht‘ gehe. Unter diesen Voraussetzungen sehe ich keinen Platz für Kritik“, so die Agentin.

„Nach einer Fernsehsendung trudeln über soziale Medien mitunter auch von fremden Personen kleine Nachrichten ein. Das freut mich immer sehr“, berichtet Katrin Fuchs und Carol Alston meint: „Das ist das schöne an diesem Beruf: immer Platz für Verbesserungen, immer Raum nach oben“ und ergänzt: „Kritik – ob positiv oder negativ, ob subjektiv oder objektiv, bei aller Liebe und in aller Fairness: Es ist wichtig, dass einem die Würde gelassen wird, das habe ich vor Jahren von der unvergleichlichen österreichischen Sopranistin Gundula Janowitz gehört. Das trage ich seither in mir.“

Seit gestern sind die Damen in der Prignitz. Heute folgt ein ganztägiger Probentag und schließlich die Generalprobe am Freitag. 

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