Ausbildung : Ausbildung zurück in die Region holen

BBZ Prignitz startet mit Partnern im Landkreis Stendal das Projekt „Startsmart“. Für Azubis muss die Lehrausbildung in der Prignitz attraktiver werden

von
31. Mai 2017, 22:00 Uhr

Die Kick-off-Veranstaltung ist für den 7. Juli geplant, doch bereits jetzt arbeitet das Team des Jobstarter Projektes „startSMART“. Ziel sei es, die Ausbildungssituation in den Landkreisen Prignitz und Stendal zu verbessern, wie Projektleiterin Franka Hirsch informierte. Um dies zu erreichen, wendet sich das Projekt speziell an Klein- und Kleinstbetriebe mit maximal 49 Mitarbeitern, die ausbilden möchten.

Nicole Goerke, Geschäftsführerin des Berufsbildungszentrums Prignitz (BBZ) weiß, dass junge Leute Ausbildungsplätze in der Region suchen. Hier möchte das Jobstarter-Projekt „Startsmart“ ansetzen: Schüler und Unternehmen der Region sollen zusammengebracht werden. Mit den Schülern, die dieses Jahr die Schule nach der 10. Klasse verlassen sowie mit den ersten Betrieben sei man im Gespräch, so die Projektleiterin.

Die Verantwortlichen um Nicole Goerke und Franka Hirsch sehen ein Problem auch darin, dass die theoretische Ausbildung nicht immer vor Ort im Landkreis stattfindet. Die Berufsschulen, Landesklassen und Ausbildungszentren sind mitunter sehr weit entfernt.

„Viele Lehrstellen bleiben unbesetzt, weil die Jugendlichen nicht die weiten Wege auf sich nehmen wollen“, sagt Nicole Goerke. Deshalb gehört es zu den Projektzielen, Möglichkeiten zu finden, um Lernkooperationen vor Ort zu gründen. Erste Gespräche sind Anfang Juni mit der Industrie- und Handelskammer geplant. Franka Hirsch weiß, dass es ein ehrgeiziges Ziel sei, was vielleicht noch nicht in den drei Jahren realisiert werden könne. „Doch wir wollen diesen Gedanken einbringen und mögliche Wege aufzeigen“, sagt sie. „Im digitalen Zeitalter sollte so etwas möglich sein“, ergänzt Nicole Goerke. Ines Weitermann, Pressesprecherin der Handwerkskammer Potsdam, begrüßt das Vorhaben. Auf Anfrage des „Prignitzers“ verweist sie darauf, dass „die Handwerkskammer Potsdam sich seit Jahren in mehreren Arbeitskreisen dafür stark macht, die theoretische Ausbildung an den regionalen Oberstufenzentren zu erhalten“. Nicht in allen Gewerken sei dies gelungen.

Den Unternehmen soll ein Servicepaket angeboten werden, wo es ebenso um die Akquise von Fördermitteln geht, wie um die Erledigung aller notwendigen Formalitäten. „Gerade bei den Klein- und Kleinstbetrieben ist die Beratung und Unterstützung wichtig, um Ausbildungsplätze zu schaffen“, sind sich beide Frauen einig.

Franka Hirsch widmet sich als „Heimkehrerin“ „mit Herzblut diesem Projekt“. Gehe es doch darum, Fachkräfte für die Region zu sichern. Dem Trend, die Region zu verlassen wollen sie gegensteuern.

Für das Bundesprojekt arbeiten die Prignitzer mit dem Landkreis Stendal zusammen. Die Ausbildungssituation soll in beiden Landkreisen nachhaltig verbessert werden. Zu den rund 300 Unternehmen, die zwischen Putlitz und Tangermünde zur Zielgruppe gehören, zählt der Heizungsbau René Heise in Wittenberge, der gern ausbilden würde.

Für ihn sei es wichtig, zunächst einen passenden Lehrling zu finden. „Für den Auszubildenden wäre es schon eine Erleichterung, wenn es Möglichkeiten zur theoretischen Ausbildung vor Ort geben würde“, so der Handwerksmeister. „Gegenwärtig müssen die Auszubildenden nach Neuruppin ans dortige Oberstufenzentrum.“ Er wolle noch ein Gespräch mit den Projektverantwortlichen führen, um sich dann zu entscheiden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen