Ausbildung von Pflegepädagogen Fehlanzeige

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15. Januar 2013, 06:23 Uhr

Perleberg / Prignitz | Brandenburg bildet keine Medizin- und Pflegepädagogen aus und bezahlt diese Fachkräfte auch nicht entsprechend ihrer Qualifikation. Das ist gefährlich, denn im bundesweiten Gerangel um diese gefragten Experten könnten Gesundheitsschulen wie die des Kreiskrankenhauses in Perleberg das Nachsehen haben. Darauf machten gestern Schulleiterin Marita Schlestein und der stellvertretende Landrat Torsten Uhe Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) aufmerksam. Anlässlich der Kabinettssitzung in Perleberg besuchte Tack die Schule für Gesundheitsberufe.

Berlin hat diese Ausbildung eingestellt. Derzeit fahren zwei Ausbilder der Perleberger Schule für dieses Studium nach Bielefeld. Im Gegensatz zum nahen Berlin sei das nicht attraktiv. "Pflege ist die Herausforderung der Zukunft, insbesondere in der Prignitz", sagte Torsten Uhe. Um ausreichend Pflegekräfte ausbilden zu können, brauche man aber auch qualifizierte Ausbilder. Zwar habe die Regierung im Herbst entschieden, einen Studiengang an der künftigen Universität Cottbus-Senftenberg zu eröffnen, aber bisher sei das ja nur eine Absichtserklärung. Deshalb fordert Torsten Uhe konkrete Schritte zur Umsetzung bereits zum kommenden Wintersemester 2013/14. Verbindlich konnte Anita Tack keine Auskunft zum Stand der Vorbereitung dieses Studienganges geben. Das falle in die Zuständigkeit des Wissenschaftsministeriums. Allerdings sehe auch sie die Notwendigkeit, diese universitäre Ausbildung schnellstmöglich in Brandenburg anzubieten. In der nächsten Woche entscheidet der Landtag über die Neugründung der Universität. Spätestens dann sollen Einzelheiten zu diesem Studienfach genannt werden. Die Zeit drängt jedenfalls, denn potenzielle Bewerber werden in den kommenden Wochen mit der Suche nach einer Universität beginnen.

Aber nicht nur in der Ausbildung habe das Land Hausaufgaben zu erledigen, mahnte Marita Schlestein. Bisher werden Medizin- und Pflegepädagogen nicht entsprechend ihrem wissenschaftlichen Abschluss bezahlt, sondern sind eingruppiert wie Krankenpfleger, sagte Schlestein. Andere Bundesländer hingegen bezahlen sie nach Lehrertarif und verbeamten sie zum Teil sogar. Damit habe Brandenburg einen klaren Wettbewerbsnachteil, der sich bei der deutschlandweiten Fachkräftesituation negativ auswirke.

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