Ausbau fordert Baumfällung

Diese alte Allee führt von der B 189 in Richtung Klein Gottschow. Die Kreisstraße soll ausgebaut werden, dafür müssen auf einer Seite aber die Bäume weichen. Petra Ferch
Diese alte Allee führt von der B 189 in Richtung Klein Gottschow. Die Kreisstraße soll ausgebaut werden, dafür müssen auf einer Seite aber die Bäume weichen. Petra Ferch

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16. Februar 2011, 06:27 Uhr

Klein Gottschow | Während am ersten Bauabschnitt der Kreisstraße von Klein Gottschow bis zur B 189 nur noch Restarbeiten nötig sind - so die Bankette bzw. die Entwässerungsmulden - läuft für den zweiten Abschnitt jetzt die Planungsvorbereitung. Der Finanzausschuss des Kreistages Prignitz beschäftigte sich mit dieser Maßnahme in seiner jüngsten Sitzung, denn sie gehört zu den vom Kreis als unaufschiebbar bezeichneten Vorhaben. Insgesamt 674 000 Euro soll der Ausbau des zweiten Abschnitts der Straße kosten, 169 000 Euro davon habe der Landkreis als Eigenanteil zu leisten. Vorausgesetzt, es fließen Fördermittel, die bereits beantragt sind, wie Günter Stoffers, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Prignitz, deutlich macht.

Zu der rein baulichen Planung dieses zweiten Straßenabschnitts, der dann etwa in Höhe der Abfahrt zum ehemaligen Rohlsdorf-Gottschower Bahnhof bis zur B 189 führt, mache sich aber auch ein landschaftlicher Begleitplan erforderlich. Denn die Straße hat derzeit noch, zumindest in langen Abschnitten, den Charakter einer Allee, wird teilweise von großen Eichen gesäumt. Die aber müssten auf einer Seite gefällt werden. "Wir benötigen einen Ausbauquerschnitt von mindestens 5,50 Meter Breite, damit sich zwei Fahrzeuge gefahrlos begegnen können", stellt Stoffers klar. Er unterstreicht, dass es für die gefällten Bäume Neuanpflanzungen geben soll.

Ein weiteres Problem stellt der in diesem Bereich vorkommende Ortolan dar. Diese Vogelart aus der Familie der Ammern - auch Gartenammer genannt - gilt als gefährdet. "Wir lassen das Ortolan-Aufkommen in dem Straßenbereich untersuchen sowie notwendige Maßnahmen entsprechend des Artenschutzes", erklärt Stoffers.

Das Ergebnis bleibt abzuwarten, wird mit entscheidend sein für die Erteilung der Baugenehmigung. Geht es nach dem Landkreis, dann soll möglichst noch in diesem Jahr mit dem Ausbau dieses Straßenabschnitts begonnen werden, wenn die Fördermittel fließen und es grünes Licht für die Baumaßnahme gibt. Wenn nicht, dann müsse das Vorhaben noch um ein Jahr verschoben werden.

In Klein Gottschow ist man schon froh, dass der erste Abschnitt ausgebaut ist, denn das war der wesentlich schlechtere dieser Kreisstraße mit einem völlig ausgespülten und zerfahrenen Pflaster, das so mancher Ölwanne den Garaus gemacht hat. Rund 50 Jahre ringen die Klein Gottschower schon um eine ordentliche Zufahrt. Mittlerweile können sie die neue Asphaltstraße mit einer Breite von 5,50 Metern befahren, wenn auch noch auf 30 Stundenkilometer beschränkt, wegen der fehlenden Restarbeiten. Was vorläufig bleibt, ist der unbeschrankte Bahnübergang.

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