Aus Wonneberger wird Graf

Seit dem 1. Januar steht der neue Wirt Matthias Graf an der Theke im Karstädter Landgasthof. Foto: Susann Matschewski
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Seit dem 1. Januar steht der neue Wirt Matthias Graf an der Theke im Karstädter Landgasthof. Foto: Susann Matschewski

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16. Januar 2013, 10:34 Uhr

Karstädt | Der Landgasthof in Karstädt hat einen neuen Besitzer. Seit dem 1. Januar führt der 26-jährige Matthias Graf die Geschäfte und löst damit Eckhard Wonneberger ab. Der führte den Betrieb 21 Jahre, bevor er ihn an Graf abtrat und sich nun ganz dem Pensionsgeschäft widmen will.

Lange hat Wonneberger gezögert, bevor er den Gasthof schließlich doch verkaufte. "Vor gut einem Jahr kam ich das erste Mal auf ihn zu, da hat er noch abgeblockt. Ich habe daraufhin nicht locker gelassen, immer wieder nachgefragt, bis er im August schließlich einwilligte", erzählt Matthias Graf, der seinen Nachbarn Wonneberger seit Kindertagen kennt. Nachgegeben habe der zum einen aus gesundheitlichen Gründen, zum anderen, damit er sich voll und ganz dem Betrieb in der Pension neben dem Gasthof widmen kann, wie Eckhard Wonneberger auf "Prignitzer"-Nachfrage ergänzt. Weil auch der Gasthof über vier Fremdenzimmer verfügt, ergibt sich eine praktische Zusammenarbeit: "Manche Gäste übernachten beispielsweise hier und frühstücken dann in der Pension von Wonneberger", erläutert Graf.

Er selbst ist gelernter Koch, hat seine Ausbildung im Perleberger Hotel Neuer Hennings Hof absolviert und arbeitete danach in mehreren Vier-Sterne-Hotels am Bodensee und im Schwarzwald. Als sein Vater 2009 plötzlich verstarb, kehrte er zurück und übernahm dessen Restaurant im ehemaligen Karstädter Bahnhofsgebäude. "Es war lange geplant, dass ich das Restaurant einmal übernehmen werde. Allerdings ist es ein Pachtobjekt, war baulich nicht mehr in Ordnung und der Eigentümer hat nichts dagegen getan. Ich habe für den Betrieb einfach keine Zukunft mehr gesehen und mich deshalb nach etwas Neuem umgeschaut."

Im Landgasthof hat er mehr Platz und kann seine Ideen verwirklichen, womit er auch bereits begonnen hat. "Die Speisekarte habe ich schon überarbeitet. Die Gerichte sind immer noch gutbürgerlich, aber es sind einige neue Spezialitäten hinzugekommen." Dazu gehört das "Rumpsteak Strindberg", das in der Prignitz nur in wenigen Gaststätten angeboten wird, außerdem Zander, der momentan der Renner bei den Gästen sei, wie der Gastwirt berichtet.

Wie schon zuvor im väterlichen Restaurant bietet Graf nun mittags auch Essen auf Rädern für Firmen und Privatpersonen an, "montags bis sonntags", wie er betont. Neben ihm arbeiten noch zwei Köchinnen im Gasthaus. Eine hat er von Eckhard Wonneberger übernommen, die andere brachte er aus seinem alten Betrieb mit. Zudem plant Matthias Graf optische Veränderungen in der Gaststätte. "Aber das hat noch Zeit bis nach der Karnevalssaison."

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