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Bahnhof in Wittenberge : Aus Mitropasaal wird Bibliothek

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Großes Interesse beim Tag der offenen Tür im Wittenberger Bahnhofsgebäude. Konzept für rund 3600 Quadratmeter vorgestellt

von
erstellt am 08.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Hier war doch der Kiosk“, „Das war der Intershop“ – ältere Wittenberger wussten gestern beim geführten Rundgang durch das Bahnhofsgebäude noch ganz genau, was sich seinerzeit wo befand. Bahnmitarbeiter öffneten die ansonsten schon seit Jahren verschlossenen Türen. Aufgrund des großen Andrangs – es mögen an die 300 Besucher gewesen sein – wurden mehrere Gruppen aus Sicherheitsgründen hintereinander durch die Räumlichkeiten im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss geführt. Im Erdgeschoss war eigens für diesen Tag auch noch die Ausstellung 170 Jahre Bahnhof Wittenberge zu sehen. Ein Höhepunkt war natürlich der ehemalige Mitropasaal, der allerdings aus Sicherheit nur am Rand betreten werden durfte, wie Reinhard Kurse, der stellvertretende Leiter Bahnhofsmanagement Schwerin, erklärte.

Das 1846 errichtete Bahnhofsgebäude wieder einmal von innen zu betrachten, war der eine Grund, zu kommen. Der andere: Die Besucher wollten wissen, welche Ideen es für das Gebäude gibt. Und da erteilten Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn sowie Roland Neumann vom Planungsbüro BahnStadt ausgiebig Auskunft über die Machbarkeitsstudie und das Nutzungskonzept. Die Stadt Wittenberge mit ihrer 100-prozentigen Tochter, der Wohnungsbaugesellschaft (WGW), hat ja bekanntlich großes Interesse daran, das Bahnhofsgebäude zu erwerben. Die Vertragsverhandlungen laufen, so Hahn. Und eines ist ganz klar: „Durch die verkehrliche Bedeutung zwischen Hamburg und Berlin ist es kein Provinzbahnhof“, so Neumann und Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann betonte: „Unser Bahnhof hat aufgrund der Nähe zur Innenstadt eine gute Lage.“ Er erklärte anfangs den Besuchern, dass für die Stadt auch das Umfeld weiter ein Thema sein wird, es weiter aufgehübscht werden soll.

Roland Neumann vom Planungsbüro BahnStadt erklärte das Nutzungskonzept des Bahnhofsgebäudes.
Roland Neumann vom Planungsbüro BahnStadt erklärte das Nutzungskonzept des Bahnhofsgebäudes.
 

Insgesamt stehen im imposanten Bahnhofsgebäude rund 3600 Quadratmeter zur Verfügung. Etwa 700 bleiben der Bahn vorbehalten, die mit ihren derzeitigen Büros aus dem 1. Obergeschoss in den Nordflügel zieht. Die Stadtbibliothek soll im Mitropasaal und im 1. Obergeschoss auf insgesamt rund 1100 Quadratmetern untergebracht werden, das Jobcenter auf allen drei Ebenen auf der anderen Seite auf knapp 800 und das Technologiezentrum (TGZ) auf rund 300 Quadratmetern. Im Erdgeschoss-Mitteltrakt sollen Reisende alles finden, was sie benötigen: Backshop, Buch-Presseladen, Fahrkartenschalter, Sanitäranlagen und eventuell touristische Informationen. „Interessenten für einen Backshop oder Buch-Presseladen haben wir noch nicht. Aber ich bin davon überzeugt, dass man bei der Umsetzung dieses Konzeptes garantiert jemanden finden wird“, so Roland Neumann. Nach diesem Nutzungskonzept wären nur noch ein paar Räume im Mitteltrakt des 2. Geschosses noch nicht vergeben.

Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus: „Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres soll das Nutzungskonzept stehen“, so Hahn. Dann müsse man prüfen, welchen Fördertopf die Stadt in Anspruch nehmen könne. Eine Sanierungssumme zwischen fünf bis zehn Millionen Euro, genauere Zahlen können noch nicht genannt werden, kann die Stadt allein nicht stemmen. „Die Fördermittelantragsstellung und die Planung könnten 2018 erfolgen, so dass wir frühestens 2019 mit den Bautätigkeiten anfangen könnten. Das Gebäude ist nicht baufällig, es weist nur einen großen Unterhaltungsrückstau auf“, so Martin Hahn. Es hänge vieles auch vom Denkmal- und Brandschutz ab, erklärte WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn, der auch anmerkte, dass beim Umzug des TGZ ins sanierte Bahnhofsgebäude es noch keine Idee gebe, was dann mit dem Haus in der Laborstraße wird.

 

 

 

 

 

 

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