Aus für Schulamt in Perleberg besiegelt

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12. September 2012, 06:37 Uhr

Perleberg | Das Staatliche Schulamt Perleberg wird geschlossen. Die Resolution, mit der sich der Landkreis Ende Mai beim Brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport für den Erhalt des Amtes als untere Schulaufsichtsbehörde stark gemacht hatte, sei abgewiesen worden, informierte jüngst Dr. Ulrich Gutke, Vorsitzender des Kreistages, auf dessen vergangener Sitzung.

In der Resolution, die alle Kreistagsfraktionen unterzeichnet hatten, hieß es, dass die künftige Ausübung der Schulaufsicht durch die Landesschulagentur und die Zuständigkeit der ortsfernen Regionalstelle Neuruppin für den Flächenkreis Prignitz auf ungeteilten Widerstand von Eltern, Pädagogen und Schulträgern stoße, und dass der in den vergangenen Jahren geglückte demografiebedingt notwendige Umbau der Schulstruktur im Landkreis auch durch die örtliche Nähe der Behörden und den "kurzen Dienstweg" erfolgreich auf den Weg gebracht werden konnte. Der Wegfall von 50 Arbeitsplätzen sei nicht nur ein Regionalisierungs-, sondern auch ein Glaubwürdigkeitsproblem für die Landesregierung.

Landrat Hans Lange (CDU) äußerte seinerzeit Unverständnis bezüglich der Standortschließung in Perleberg und zugleich einer Neueröffnung in Neuruppin, Hartmut Schneider sprach für die SPD von einem "Eigentor", denn so würden keine Kosten eingespart, entstehen keine neuen Arbeitsplätze. Erreicht werde lediglich das "Ausdünnen der Randregion", so Schneider.

Zur Begründung der Ablehnung hieß es, dass eine Anpassung der Verwaltungsstrukturen angesichts des erwarteten Rückgangs der Schülerzahlen in den kommenden Jahren notwendig sei und der Koalitionsvertrag von SPD und Linkspartei eine Verschlankung der Verwaltung vorsehe. Als Termin für die Schließung der Perleberger Behörde nannte Ministeriumssprecherin Antje Grabley den 1. Januar 2014. "Ab diesem Tag tritt die neue Struktur der Zentralen Landesschulagentur mit den vier Regionalstellen Cottbus, Frankfurt (Oder), Brandenburg (Havel) und Neuruppin in Kraft.

Zu Entlassungen infolge der Umstrukturierung werde es laut Ministerium aber nicht kommen. "Wir sind natürlich interessiert, unsere Mitarbeiter mit nach Neuruppin zu nehmen", bestätigte Hans-Jürgen Kowalzik, Leiter des Schulamtes Perleberg. Neuruppin als unweit gelegener Ersatzstandort böte dafür gute Chancen, im Gegensatz zu den ebenfalls gestrichenen Schulämtern in Wünsdorf (Teltow-Fläming) und Eberswalde (Barnimkreis). "Jene Mitarbeiter, für die der Arbeitsweg nach Neuruppin eine unzumutbare Härte bedeutet, unterstützen wir bei der Suche nach Stellen in regionalen Verwaltungen."

In der Prignitz folgt dem Ringen um das Schulamt nun die Resignation. "Das ist eine politische Entscheidung, die wir schlussendlich so hinnehmen müssen", sagte Landrat Hans Lange auf "Prignitzer"-Nachfrage. Andreas Giske, Vorsitzender des kreislichen Schulausschusses und Rektor des Gymnasiums Wittenberge, äußert sich vorsichtig kritisch zur neuen Struktur. "Perleberg verliert damit ein Amtsgeschäft, das ist schlecht für den Landkreis. Mit der Entfernung wird auch die Präsenz der Schulräte schwieriger." Zwar sei eine Reaktion auf die demografische Entwicklung logisch, wie sich aber Einsparungen ausgerechnet im Schulsektor, der die Zukunft des Landes aktiv mitgestalte, auswirken, bliebe abzuwarten.

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