Aus für Radweg nach Kuhblank?

An der L 11 zwischen Kuhblank und Groß Breese fehlt ein Radweg. Jetzt fehlt plötzlich das Geld.
An der L 11 zwischen Kuhblank und Groß Breese fehlt ein Radweg. Jetzt fehlt plötzlich das Geld.

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07. September 2012, 06:45 Uhr

GroSS Breese / Kuhblank | Die Geduld der Kuhblanker ist am Ende. Seit gut zehn Jahren kämpfen die Einwohner für einen Radweg entlang der L 11 nach Groß Breese. Ein Schreiben des Landesbetriebes Straßenwesen kündet nun vom Scheitern der Bemühungen. Der Kerninhalt: Keine Mittel für den Bau vorhanden, Verschiebung auf unbestimmte Zeit.

Aber der Reihe nach. Mit viel persönlichem Engagement wie Unterschriftenaktionen machten die Kuhblanker über die Jahre immer wieder auf ihr Anliegen aufmerksam - und schienen schließlich Erfolg zu haben. Ende Juli 2009 kamen Reinhold Dellmann, damals Minister für Infrastruktur und Raumordnung, und Holger Rupprecht, bis 2011 Minister für Bildung, Jugend und Sport, nach Kuhblank und sicherten Unterstützung zu.

Das Amt Bad Wilsnack/Weisen und die Gemeinde Breese trafen entsprechende Vorbereitungen, Förderanträge wurden auf den Weg gebracht und Flächen für die Baumaßnahmen erworben. Die Planung war nahezu abgeschlossen, der Landesbetrieb zur Ausschreibung der Arbeiten aufgefordert. Passiert ist seitdem nichts. "Seit Jahren sind wir in der Causa Radweg aktiv, haben die Planung soweit es geht vorangetrieben, mit einem Bodenordnungsverfahren die Flächen bereitgestellt", erklärt Bauamtsleiter Peter Rollenhagen. "Sogar die Förderanträge sind bewilligt, und dass jetzt plötzlich kein Geld zur Verfügung stehen soll, das kann man den Bürgern kaum erklären."

Werner Steiner, Bürgermeister der Gemeinde Breese, ist stocksauer. "Noch für das erste Halbjahr war der Baubeginn vorgesehen und jetzt soll kein Geld mehr da sein? Das versteht niemand. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, Gemeindemittel in Höhe von rund 20 000 Euro bereitgestellt, und jetzt soll alles vergebens sein?"

Von vergebenen Mühen will der Landesbetrieb Straßenwesen indes nicht reden. Auf Nachfrage teilte die Behörde mit, dass die finanziellen Mittel zum Bau von Landesstraßen und für begleitende Radwege im Rahmen der Haushaltskonsolidierung und anderer Prioritäten im Landeshaushalt gekürzt wurden. Zudem hätten sich alle Maßnahmen infolge gestiegener Rohstoffpreise und höherer Tarifabschlüsse im Baugewerbe erheblich verteuert. "Alle nicht begonnenen Maßnahmen mussten auf eine mögliche Finanzierbarkeit geprüft werden. Absoluten Vorrang haben diesbezüglich bereits begonnene Maßnahmen", so Frank Schmidt vom Landesbetrieb. Der Bau des Radweges sei deshalb finanziell nicht abgesichert. Da die Planung aber fertig sei, werde sie bei der jährlich Finanzplanung immer wieder auf den Prüfstand kommen und gegebenenfalls eingetaktet.

Sibylle Nafe, Kuhblankerin und Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern, fehlt dafür jegliches Verständnis. "Man macht sich ja selbst unglaubwürdig, wenn man den Kindern jahrelang erzählt, der Radweg kommt und dann passiert nichts. Der jetzige Zustand ist einfach nicht haltbar, denn auf der Landstraße zwischen den Autos ist es viel zu gefährlich, und den Schleichweg über die Felder möchte man einem 14-jährigen Mädchen auch nicht zumuten." Mit ihrer Nachfrage beim Landesbetrieb Straßenwesen, wann der Bau endlich beginnen würde, hatte sie den Stein ins Rollen gebracht, denn auch Amtsverwaltung und Gemeindebürgermeister erfuhren von den drastischen Kürzungen erst durch das Antwortschreiben. "Es ist ein Farce, vor allem wenn Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Deutschen auffordert, öfter aufs Rad zu steigen", so Nafe.

Die Lokalpolitiker wollen in jedem Fall dran bleiben und das Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßenwesen suchen.

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