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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 21:50 Uhr

Aus Dorfkindergarten werden Büros

vom

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 05:14 Uhr

Karstädt | "Am 23. September beginnen in Karstädt die Abrissarbeiten am Wohnblock 30 bis 34 in der Straße der Freundschaft, am 22. November ist der Block weg", informierte Klaus Neumann am Donnerstag den Ortsbeirat Karstädt. Der hatte den Geschäftsführer der GWG Perleberg/Karstädt zu seiner Sitzung eingeladen, um Aktuelles über den geplanten Abriss des Gebäudes, aber auch zur weiteren Nutzung des ehemaligen Dorfkindergartens in der Thomas-Müntzer-Straße zu erfahren.

Auf dem Abrissblock lastet, wie auch auf den anderen GWG-Blöcke in Karstädt, eine Altschuld von je 400 000 Euro. Die bliebe auch nach dessen Abriss bestehen, so Klaus Neumann. "In Gesprächen mit der zuständigen Bank in München konnten wir jedoch erreichen, dass diese Altschuld auf die Wohnblöcke in Perleberg verteilt und dort weiter getilgt wird", zeigte sich der Geschäftsführer erleichtert. Dass Karstädt überhaupt in das Stadtumbauprogramm Ost aufgenommen wurde und die Abrisskosten zu 100 Prozent vom Land getragen werden, ist der Tatsache geschuldet, dass die Gemeinde dem Regionalen Wachstumskern Prignitz und auch der 1991 mit der Stadt Perleberg gegründeten GWG angehört.

585 Wohnungen hat die GWG in Karstädt, 175 davon stehen derzeit leer. "Das sind etwa 30 Prozent, doch werden wir in den nächsten Jahre, das heißt zumindest bis 2018/20, keine weiteren Blöcke abreißen. Diese sind alle mit über 60 Prozent belegt", erklärte Neumann. Um den Leerstand zu verringern, sei man dabei, weitere Angebote vorzubereiten - eine Vermietung von Gästewohnungen bzw. möbliertem Wohnraum für Lehrlinge.

Auch zum ehemaligen Dorfkindergarten, dessen Dach mit Restmitteln der Städtebauförderung saniert wurde, gibt es neue Nachrichten: "Wir sind in Verhandlungen mit der Deges, die hier im Zusammenhang mit dem Bau der A 14 im Februar Büroräume beziehen will", informierte Neumann. (Deges = Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH; d. Red.)

Gleichzeitig sei ein Projekt in Vorbereitung, um im Frühjahr mit dem Ausbau von Wohnungen zu beginnen. "Die genaue Anzahl hängt davon ab, wieviel Platz die Deges, die hier bis Ende 2017 bleiben will, benötigt. Wir werden im nächsten Amtsblatt genauer über das Vorhaben informieren", so Neumann. Die Finanzierung von insgesamt 700 000 Euro soll über das Wohnraumförderprogramm abgesichert werden. "Der Antrag ist gestellt, wir hoffen, im Frühjahr in das Programm aufgenommen zu werden", blickt der GWG-Geschäftsführer voraus.

Das Grundstück mit dem ortsbildprägenden Gebäude hat eine Größe von 4500 Quadratmeter. Davon werden 500 Quadratmeter als Hoffläche für das Vorderhaus belassen. Abgerissen werden sollen das auf dem Hinterhof stehende lang gestreckte Backsteinhaus sowie nicht mehr benötigte Nebengebäude, so dass Platz wäre für eine Bebauung mit drei Wohnhäusern.

Ortsbeiratsmitglied Jürgen Ditten, zugleich auch Gemeindevertreter und Aufsichtsratsmitglied der GWG seit deren Gründung am 4. Januar 1991, lobte die mehr als 20 Jahre gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der GWG und dankte Klaus Neumann für dessen konstruktive Führungsarbeit. Allein hätte Karstädt die vielfältigen Anforderungen nicht verkraften können", betonte der Karstädter.

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