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Wieder Leben im Pfarrhaus Groß Warnow : Aus der Großstadt aufs Land

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der gebürtige Berliner Marcel Borchers trat zum 1. Januar die Pfarrstelle in Groß Warnow für den Pfarrsprengel Westprignitz an.

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erstellt am 01.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Mit Marcel Borchers zog zum 1. Januar wieder Leben in das Pfarrhaus Groß Warnow ein. Eineinhalb Jahre stand es nach dem Wegzug des Pfarrerehepaars Marie-Luise und Rudolf Klehmet, das in den wohlverdienten Ruhestand ging, leer. Seitdem war auch die Pfarrstelle für den Pfarrsprengel Westprignitz unbesetzt. Pfarrerin Angelika Hanack aus Berge betreute ihn mit. Doch der Kirchenkreis Prignitz bemühte sich immer wieder, die Stelle neu zu besetzen.

Jetzt hat es geklappt. Der 30-jährige Borchers, der die vergangenen zweieinhalb Jahre in Berlin-Schöneberg tätig war und auch gebürtiger Berliner ist, verrichtet in der Westprignitz seinen Entsendungsdienst. Und das auf eigenen Wunsch. „Ich gehöre ja zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Und da meine Lebensgefährtin in Hamburg wohnt, wollte ich nach Westbrandenburg“, erzählt der junge Pfarrer, der überhaupt keine Probleme mit dem Wechsel von der Großstadt aufs Dorf sieht. „Ich kenne das Dorfleben, meine Großeltern haben in Niedersachsen auf dem Dorf gewohnt, so kann ich mir unter ländlichem Raum etwas vorstellen“, erläutert der Theologe, der sowohl in Berlin als auch zwischendurch in Tübingen studiert hat.

„Die Landeskirche ist eben nicht nur in Berlin, auch hier auf dem Dorf sind die Menschen. Ich denke, dass ich mich hier wohlfühlen kann“, so Borchers, für den es natürlich erst einmal wichtig ist, die Gemeindemitglieder kennenzulernen. Der Pfarrsprengel Westprignitz besteht aus 15 Kirchengemeinden mit insgesamt rund 1050 Gemeindemitgliedern.

„Ich bin beeindruckt, wie die Leute mich hier empfangen haben. Die Nachbarn sind freundlich, beraten einen, geben Tipps“, nennt Borchers seine ersten Erfahrungen. Und er wird selbst auf die Menschen zugehen, „fragen, wo ihre Lieblingsplätze sind. Vom Rambower Moor habe ich schon gehört. Und joggen kann man hier bestimmt in der Landschaft auch gut, genauso wie Fahrradfahren. Den körperlichen Ausgleich brauche ich schon“, sagt Marcel Borchers, der zuerst anfing, Physik zu studieren. „Ein Jahr lang habe ich das gemacht. Es ist genauso wie Theologie eine Wissenschaft. Ich hatte mich aber schon während meiner Abiturzeit in der Kirche engagiert. Innerhalb des Physikstudiums war es eigentlich der Glaube, der mich getragen hat und ich dann das Studienfach gewechselt habe“, erläutert der Berliner, der hofft, dass er mit seinen Predigten „den Menschen etwas zu sagen habe“.

Und das hatte er bei seinen ersten Gottesdiensten. „Ich habe mich gefreut und die Leute haben sich gefreut. Die Kirchen waren voll, sicher spielte da eine gewisse Neugier der Gemeindemitglieder mit“, sagte Marcel Borchers, dessen erste Gottesdienste zum Beispiel in Groß Warnow, Sargleben, Rambow oder Pinnow hinter ihm liegen. „Wir hatten den Perleberger Posaunenchor und das Orchester Blecheinander aus Groß Warnow mit dabei. Es kam gut an“, so der neue Pfarrer, der begeistert von seinen ersten Eindrücken erzählt: „So langsam lerne ich alle Kirchen kennen. Es sind wunderschöne dabei.“ Am kommenden Wochenende geht es für den gebürtigen Hauptstädter weiter nach Pröttlin, Boberow, Reckenzin und Garlin. „Aufgrund der vielen Kirchengemeinden werde ich natürlich an den Wochenenden routieren“, so Borchers. Er wird von den 15 bis auf Dallmin und Kribbe, die weiter von Angelika Hanack betreut werden, wie er erklärt, 13 betreuen. Und neben dem körperlichen Ausgleich findet er ebenso Abwechslung beim Lesen und Gitarrespielen. Das kann man ebenso gut hier. Nur eines vermisst er: „Ich habe in Berlin viel Taekwondo betrieben, da bin ich hier noch auf der Suche, wo ich das machen kann“, sagt Borchers.

 

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