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Königsgrab von Seddin : Aufwertung für Königsgrab

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Das Königsgrab von Seddin soll entsprechend seiner enormen historischen Bedeutung zu einem Archäologiepark. Das Konzept steht, Mittel sind beantragt.

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erstellt am 08.Dez.2012 | 02:39 Uhr

Seddin | Wenn am kommenden Montag die lokale Aktionsgruppe "Storchenland Prignitz" über Fördermittel anträge für das Jahr 2013 befindet, dann wird es dabei auch um das Königsgrab Seddin gehen. 1899 war der Grabhügel aus der jüngeren Bronzezeit um 800 vor Christi entdeckt worden. Die Funde aus der Grabkammer gelangten ins Märkische Museum Berlin, sind heute im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg im Paulikloster zu sehen, Nachbildungen im Wolfshagener Schlossmuseum. Die archäologische Stätte gehört zu den bedeutendsten europäischen Fürstengräbern. Dieser Bedeutung soll sie künftig weit besser gerecht, zu einem archäologischen Aushängeschild für Brandenburg und darüber hinaus werden.

Am Donnerstagabend stellte der Perleberger Architekt Stefan Kunzemann den Gemeindevertretern von Groß Pankow (Prignitz) die Machbarkeitsuntersuchung für den künftigen Archäologischen Park Seddin vor, dessen Ausgangspunkt der Seddiner Grabhügel ist. Kunzemann hat versucht, die unterschiedlichen Interessen von Denkmalbehörden, Landkreis, Tourismusverband und ört lichen Akteuren bei der Gestaltung des Königsgrabes und seines Umfeldes zusammen zu führen. Denn im Vorfeld war sein Konzept, mit dem er sich beim Ideenwettbewerb gegen drei weitere Fachbüros hatte durchsetzen können, nicht unumstritten gewesen.

Er skizzierte jetzt, wie das etwa 400 Hektar große Areal gestaltet, der Grabhügel selbst behutsam freigestellt und die insgesamt 180 Feuergruben unter der Erde zumindest ansatzweise in ihrer Dichte dargestellt werden könnten. Und auch eine wenigstens teil weise Nachstellung der Grabkammer am Wickboldtschen Berg in der Nähe von Seddin, also dort, wo sich ebenfalls einmal eine solche archäologische Stätte befand, die aber völlig zerstört wurde, ist Bestandteil der Untersuchung.

Denn mit der Nachbildung könne die eigentliche Dimension eines solchen Grabhügels deutlich gemacht werden, beispielsweise in einer 3-D-Variante. Letzteres wäre sehr anschaulich, aber auch sehr kostenintensiv. Sie würde allein etwa 60 bis 70 Prozent der Mittel von rund drei Millionen Euro ausmachen, die Kunzemann in der Sitzung der Gemeindevertretung nannte. "Wir sind bei der Untersuchung von der Maximalvariante ausgegangen. Die ist aber nur umzusetzen, wenn sich Landkreis und Land finanziell mit einbringen, die Gemeinde allein kann das nicht stemmen", stellt Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski klar. Unabhängig davon soll jetzt Schritt für Schritt begonnen werden. Deshalb liegt für die Sitzung am Montag auch der erste Fördermittelantrag vor, um über das Leader-Programm Geld zu erhalten. Vorgesehen seien beispielsweise auch Wegeanbindungen, Sitzgelegenheiten sowie ein Audiosystem für das Königsgrab-Areal.

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