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Der Prignitzer

19. November 2017 | 02:24 Uhr

Aufputschdroge auf dem Vormarsch

vom

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2013 | 11:07 Uhr

Potsdam | Die gefährliche Aufputschdroge Crystal Meth breitet sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden auch in Brandenburg aus. Im Süden des Landes habe sich das Rauschgift mittlerweile "etabliert", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Rudi Sonntag. Vor allem im Landkreis Elbe-Elster hätten Beamte im vergangenen Jahr diese Beobachtung gemacht. Auch das Innenministerium in Potsdam ist sensibilisiert: Der Handel mit Crystal werde "sehr sorgfältig beobachtet", sagte ein Ministeriumssprecher.

Die konkreten Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor, sie sollen am 6. März bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik veröffentlicht werden. 2011 stießen Brandenburger Polizisten in 35 Fällen auf Dealer oder Konsumenten von Crystal Meth und konfiszierten insgesamt 1,36 Kilogramm der synthetischen Droge. Zum Vergleich: 2010 waren es 25 Fälle und insgesamt 48 Gramm. "Das ist schon eine ganz andere Größenordnung", betonte Sonntag.

Kristallines Methamphetamin (Crystal) ist wie Ecstasy ein künstlich hergestelltes Aufputschmittel aus der Gruppe der Amphetamine. Die synthetische Droge (Methylamphetaminhydrochlorid) ist für Körper und Psyche so zerstörerisch wie kaum ein anderes Rauschgift. In den USA gibt es Millionen Abhängige, aber auch in Europa und Deutschland ist Crystal stark auf dem Vormarsch. Experten fordern von der Politik bereits Maßnahmen zur Eindämmung der "Horrordroge".

Produziert wird Crystal Meth zumeist in Privatlaboren, insbesondere in Tschechien. Die sächsische und bayerische Grenzregion zählt deshalb verstärkt zu den Umschlag- und Konsumorten. Auch die in Brandenburg im Umlauf befindlichen Crystalmengen stammten in der Regel von Lieferanten aus Sachsen, würden im Einzelfall aber auch direkt aus Tschechien beschafft, sagte Polizeisprecher Sonntag.

Ihm zufolge blüht vor allem der Kleinhandel, große Mengen seien bislang selten sichergestellt worden. Die größte bislang in Brandenburg gefundene Einzelmenge Crystal habe im Frühjahr 2011 bei 1,15 Kilogramm gelegen, sagte Sonntag. Damals wurden Dealer in Eilenburg/Sachsen bei einer Übergabe erwischt. Bei daraufhin veranlassten Hausdurchsuchungen in Leipzig und Falkenberg/Elster entdeckten Beamte insgesamt über 1000 Gramm des verbotenen weißen Pulvers. Vertriebswege über die polnische Grenze scheinen für Crystal-Dealer indes keine wichtige Rolle zu spielen. In der Oder-Grenzregion sei die Droge bislang kein großes Thema, sagte Peter Salender von der Polizeidirektion Ost.

Das Innenministerium nimmt den um sich greifenden Handel und Gebrauch von Crystal ernst: einmal wegen der gravierenden Folgen für die Konsumenten, außerdem wegen der Bedeutung der Droge im Bereich der Organisierten Kriminalität, erklärte ein Ministeriumssprecher. Gleichwohl habe Crystal Meth bei Weitem noch nicht die Bedeutung wie in anderen Teilen der Bundesrepublik.

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