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Angeklagter machte reinen Tisch : Auf zehn Einbrüche folgt das Gefängnis

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Christopher N. wegen schweren Bandendiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.

von
erstellt am 28.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Seine Mittäter, mit denen Christopher N. im Dezember 2016 auf der Anklagebank saß, sind bereits teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Doch er war am zweiten Verhandlungstag nicht erschienen. Er hatte sich, wie er sich gestern wortreich entschuldigte, im Tag vertan, war betrunken und hatte kein Geld für eine Bahnfahrkarte. Sein Ausbleiben hatte Folgen: Der 25-Jährige wurde verhaftet und saß seit Februar im Gefängnis. Gestern wurde er von der dritten großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin wegen schweren Bandendiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.

Christopher N. war Teil einer Diebesbande, die zwischen Dezember 2014 und April 2015 ihr Unwesen vornehmlich in der Prignitz trieb. Sie war für etwa 60 Einbrüche in kleinere Läden und Büros verantwortlich. Bei zehn Taten war der Angeklagte dabei: Zehn Taten in drei Nächten, davon sieben allein in einer einzigen Nacht. „Von einer hohen kriminellen Energie“ sprach die Vorsitzende Richterin Grit Burzer. „Intensive Nächte“, nannte es die Staatsanwältin.

Der Angeklagte bestritt nicht, dabei gewesen zu sein. Wie er damals dem Vernehmungsbeamten gesagt hatte, war er arbeitslos, gerade aus der Haft entlassen und wollte seiner Freundin und deren kleiner Tochter etwas bieten. Er wie auch die anderen jungen Männer waren ständige Besucher einer Spielothek in Pritzwalk, in der der bereits verurteilte Veit S. arbeitete. Irgendwann, so Christopher N., kam das Gespräch auf Einbrüche.

Angelockt von der Aussicht auf ein einträgliches Einkommen, bot er seine Mithilfe an. Die Rede war von 1000 Euro, die in der Regel pro Nacht zu holen waren. Ab März 2015 war Christopher N. mit von der Partie. Die Ausbeute entsprach allerdings bei weitem nicht den Erwartungen. Auf 50 bis 100 Euro belief sich sein Anteil, wenn überhaupt. Teilweise schafften es die Einbrecher nicht, in die Gebäude zu kommen, teilweise war dort einfach nichts zu holen und wenn, dann nicht in der erhofften Größenordnung. Christopher N. war in vorderster Front dabei, stieg in die Objekte ein und durchsuchte die Räume, Seite an Seite mit Ronny R., der sich derzeit wegen anderer Einbrüche wieder vor Gericht verantworten muss.

Der Angeklagte machte reinen Tisch. „Er hat dazu beigetragen, die Taten schnell aufzuklären“, sagte die Staatsanwältin. Sein Geständnis brachte ihm ein „großes Plus“ ein, so Richterin Burzer. Der vorbestrafte junge Mann hatte damals keinen Halt im Leben, nahm Drogen, trank Alkohol, spielte.

Das soll nun anders werden. „Ohne Scheiße zu bauen“, so stellt sich Christopher N. seine Zukunft vor – nach der Haft.

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