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Buga 2015 : Auf weiten Wegen zum Buga-Blühen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Von Dom zu Dom am blauen Band der Havel: Fünf Orte laden zur Bundesgartenschau. Zum ersten Mal ist mit Havelberg eine Prignitzstadt dabei. Lohnt sich ein Besuch? Der „Prignitzer“ testete, wie besucherfreundlich sich Havelberg als Buga-Stadt gibt.

von
erstellt am 26.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Wer schon zur Begrüßung an den Stadteinfahrten mit einem Blumenmeer gerechnet hat, wird enttäuscht, aber sauber und gepflegt empfängt die Prignitzstadt ihre Besucher, egal, ob man aus Richtung Glöwen oder Nitzow kommt. Auf den ersten Buga-Hinweis, nämlich auf einen zum Parkplatz, stoße ich am Abzweig zur Altstadtinsel.


Das Parken


Ich gucke links und rechts. Nirgends Parklücken. Also weiter der Ausschilderung nach. Es geht wieder ’raus aus der Innenstadt. Hinter der Sandauer Brücke muss ich rechts ab. „Ja, das ist der offizielle Parkplatz für die Bundesgartenschau“, sagen Annette Neumann und Klaus Dittmer, als ich etwas erstaunt gucke, gefühlt bin ich nämlich längst wieder ’raus aus Havelberg. Freundlich weisen die beiden Mitarbeiter die Parkenden ein. Etwa 500 Pkw haben hier Platz. An diesem Mittwoch ist noch viel frei. „An den Wochenenden sieht es aber anders aus“, sagen Neumann und Dittmer. Mit zwei Euro für den Tag parkt man hier günstig, zwar weit ’draußen, aber günstig.


Der weite Wege


Und wo geht es nun zur Buga? Auskunft gibt es an der Informationshütte beim Parkplatz – und bis dahin sind es nur ein paar Schritte. In der Info hat Marianne Wienecke Dienst. Auch sie ist sehr freundlich und verbindlich. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich erst einmal an die eineinhalb Kilometer laufen muss, um zum ersten Havelberger Buga-Schauort zu kommen. Denn das Haus der Flüsse, das gleich neben dem Parkplatz entsteht, ist, obwohl es zur Buga fertig sein sollte, noch immer bis Mitte Juni Baustelle.

Ich frage nach einem Busshuttle und höre: „Den gibt es bei uns nicht.“ Dafür kann ich – sollte ich schlecht zu Fuß sein – einen Rollator oder einen Rollstuhl mieten. Auch E-Rollstühle gibt es – drei Stück. Wer unbedingt einen benötigt, sollte deshalb rechtzeitig reservieren (Telefon 039387/596593), rät Wienecke freundlich. Außerdem stünden Helfer bereit, die Rollstuhlfahrer durch die Stadt begleiten. Für Familien stehen Bollerwagen bereit, in die der Nachwuchs verfrachtet werden kann.

Brigitte Rick und Harry Minx, beide – wie viele der Buga-Besucher – nicht mehr ganz jung an Jahren, verlassen sich auf ihre Beine und ärgern sich. „Wir besuchen überall Schauen, wo es Blumen zu sehen gibt. Aber so weite Wege ohne Shuttle sind uns noch nicht untergekommen.“ Ich lasse die beiden zurück, überquere zügigen Schritts wieder die Sandauer Brücke, stehe nach knapp 20 Minuten vor der Stadtkirche.


Erstes Blumenschauen


Jetzt zur Bundesgartenschau sind in das Gotteshaus St. Laurentius Blumen eingezogen. Ich tauche ein in ein Meer von Azaleen, Rhododendron und Co. Neben mir stehen Berliner, sie sind angetan, versichern sich gegenseitig, dass die Fahrt gelohnt habe. Später treffe ich sie auf dem großen Parkplatz, wo auch ihr Reisebus steht, wieder. Anneliese Meier (im Foto rechts) spricht für die Gruppe, sagt, sie würden Havelberg als Buga-Standort empfehlen können.

Zurück zur Kirche. Am Eingang werden die Karten gescannt. Am Ausgang auch. Ich erfahre: Zur selben Zeit dürfen immer nur 200 Besucher in der Kirche sein, deshalb wird akribisch gezählt. An Tagen mit viel Besucherandrang muss man sich in die Warteschlange einreihen.


Die stillen Örtchen


Oder man nutzt die Zeit für einen Abstecher aufs stille Örtchen. Ein Buga-Rundgang in Havelberg dauert – wenn man an einzelnen Orten nicht all zu lange verweilt – mindestens drei Stunden, hat mir die freundliche Frau in der Info gesagt. Da dürfte es bei vielen ohne mindestens einen Besuch in der keramischen Abteilung nicht abgehen. Dafür ist ausreichend vorgesorgt: am Parkplatz, an der Stadtkirche, im Buga-Dombezirk. Im Falle eines dringenden Bedürfnisses spricht nichts gegen einen Besuch. Alles wirklich sauber und ordentlich, stelle ich nach prüfenden Blicken mehrfach fest.


Der Markt und die Wurst


Vom Blumengucken in St. Laurentius geht es ’rüber zum Buga-Dombezirk, und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn es geht über die Havel und dann bergauf.

Ich unternehme vorher noch einen Abstecher auf den Regionalmarkt gleich beim Rathaus. Der findet während der Buga jeden Tag statt. Wer bei Kuhschwanzbier aus Tangermünde, Puffern mit Räucherlachs, Kräuterquark oder einer ganz profanen Bratwurst einen Augenblick rasten will, dem kann der Mark guten Gewissens empfohlen werden. Ich muss kaum warten, bis ich meine Bratwurst in der Hand halte und zahle dafür drei Euro.

3,50 Euro hätte mich die Bratwurst übrigens in dem großen Zelt- und Freiluftrestaurant mit geschätzt 1000 Plätzen direkt am Parkplatz gekostet. Und hier noch ein Tipp für Sparsame: An den Bratwurstständen mit Sitzgelegenheiten etwas weiter entfernt von Markt und Kirche möchte der Mann am Grill nur noch zwei Euro für die Wurst. Einen herrlichen Blick auf Havel und Dom inklusive. Auch Kaffee und Kuchen gibt es an verschiedenen Ständen. Alles in allem für Buga-Verhältnisse zu akzeptablen Preisen, finde ich.

Nun soll es aber endlich Richtung Dom mit seinem gut drei Hektar großen Schaugelände gehen. Gehen? Ich entscheide mich anders, laufe zurück zum Parkplatz, steuere mit dem Auto den Domberg an und habe Glück. Auf einem Miniparkplatz in der Amtstorwegstraße sind mehrere Stellplätze frei. Minuten später stehe ich am Eingang zum Buga-Areal am Dom. Auch wer auf die Blumenschau verzichtet und „nur“ zum Dom oder zum Museum will, muss jetzt eine Eintrittskarte vorweisen können.

Ich schlendere vorbei an üppig blühenden Tulpenbeeten, farblich aufeinander abgestimmt, staune über mustergültige Kleingärten und noch mehr darüber, wie man Gräber gestalten kann. Denn auch das bietet der Buga-Standort Havelberg. Langsam werde ich fußlahm und bin froh, dass ich nicht noch zurück zu dem Parkplatz ans andere Ende der Stadt laufen muss.


Mein Fazit


Ein Besuch lohnt sich, auch wenn es nicht an allen Ecken und Enden in Havelberg blüht. Man darf allerdings weite Wege nicht scheuen. Dafür entdeckt man eine kleine, saubere, geschichtsträchtige Prignitzstadt.  

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