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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 03:14 Uhr

Perleberg : Auf Spuren der Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mitglieder vom Salzburger Verein besuchten Perleberg, wo vor mehr als 280 Jahren Heimatlose Zuflucht fanden.

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 06:00 Uhr

September 1732: Rund 11 000 Salzburger Evangelisten werden vom katholischen Erzbischof verstoßen und müssen aus ihrer Heimat fliehen. Über Stettin, Wolgast und entlang der Ostsee wollen die Flüchtlinge nach Königsberg gelangen. Dort hat ihnen der ostpreußische König Zuflucht angeboten. Am 28. September dann erreichten 1000 Flüchtlinge mit 80 Pferdewagen Perleberg, deren Einwohner die Heimatlosen aufnahmen und versorgten.

Auf den Spuren der Flüchtlinge in der Rolandstadt machten sich nun 282 Jahre später 20 Mitglieder des Salzburger Vereins Landesgruppe Berlin-Brandenburg mit Obmann Bruno Berger. „Wir sind alle Nachkommen der Glaubensflüchtlinge und durchreisen die Städte, in denen sie Halt gemacht haben“, sagt der 79-Jährige. Berliner, Hamburger oder Dannenberger finden sich in der Gruppe, die ihren Besuch am Samstag mit einem Gottesdienst in der St. Jacobi Kirche begannen. Anschließend stand eine Stadtführung auf den Wegen ihrer Vorfahren auf dem Plan. „Von der Kirche aus möchte ich zum Judenhof führen und entlang der Stadtmauer zum Großen Markt wandern. Es steht einiges Sehenswertes auf dem Plan“, erzählt Stadtführer Theodor Masberg seiner Gruppe.

Aus der waren zudem einige Geschichten über die Vorfahren zu erfahren. „Die Perleberger waren sehr gastfreundlich“, erzählten mehrere Teilnehmer. Ein Flüchtling allerdings starb während jener Nacht. Das will der Dannenberger Wolfgang Kaehler nach intensiven Recherchen im Kirchenbuch herausgefunden haben.

23 Städte auf der Durchzugsroute der Flüchtlinge haben die Mitglieder des brandenburgischen Salzburger Vereins schon besucht. Bruno Berger und seine Frau bieten dabei immer Wissenswertes.

So erzählten sie, dass bereits wenige Generationen später, Flüchtlingsnachkommen das Schicksal der Salzburger erneut durchzuleben hatten. Ein Drittel der 1,8 Millionen Einwohner Ostpreußens hatten 1945 bereits Salzburger Ursprung. Der Zweite Weltkrieg machte sie erneut zu einer Bevölkerung ohne Landesteil, als sie sich auf der Flucht deutschlandweit verstreuten.

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