Auf Schliemanns Spuren in Seddin

Die Göttinger Studenten Clemens Ludwig (l.) und Philip Zimmermann graben in der Nähe des Königsgrabes. Hier hat es eine Siedlung gegeben.
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Die Göttinger Studenten Clemens Ludwig (l.) und Philip Zimmermann graben in der Nähe des Königsgrabes. Hier hat es eine Siedlung gegeben.

Die bisher größte Grabungskampagne am Königsgrab endet

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25. August 2016, 14:30 Uhr

Die bisher größte und eine der erfolgreichsten Grabungskampagnen am Königsgrab in Seddin geht heute zu Ende. An vier Orten haben Archäologen direkt am Grabhügel aus der Bronzezeit und in der unmittelbaren Umgebung gegraben. Dabei sind sie erneut auf interessante Funde gestoßen, wie gestern der für Seddin zuständige Gebietsarchäologe Jens May sagte.

Mit seinem Team hat er bei den wickboldschen Tannen gegraben. Dort gibt es einen zerstörten Grabhügel. „Völlig unerwartet sind wir auf Steineinbauten gestoßen“, sagt er. Die Wissenschaftler fanden einen doppelten Steinkreis, der Zwischenraum war gepflastert.

Spektakulärer war ihre Entdeckung am Königsgrab. „Erstmals ist es uns gelungen, einen oberflächennahen Steinbelag nachzuweisen.“ Die Grabhügel wurden aus Erde errichtet, dieser mit einem mehrschichtigen Steinbelag abgedeckt. „Der von uns entdeckte Belag ist durchgängig von der höch-sten Stelle bis hinunter zum Steinkreis erhalten“, sagt May.

Weniger erfolgreich waren sie am Grab, das einst am wickboldschen Berg gelegen war. „Dass es hier ein Grab gab, ist unstrittig, aber wir konnten bei unserer Grabung nicht die exakte Stelle finden“, so der Archäologe. Aber genau das war das eigentlich Ziel mit Blick auf eine Vision, die Ortrud Effenberger schildert: „Wir möchten einen Grabhügel an authentischer Stelle errichten“, sagt die Sachbereichsleiterin Denkmalschutz des Landkreises Prignitz.

Besucher des hier entstehenden archäologischen Parks sollen die Größe der Grabhügel und ihre Wirkung in der Landschaft erkennen. Vorstellbar sei sogar, ein Grab begehbar zu machen, in seinem Innern Funde auszustellen und multimedial das Prignitzer Leben in der jungen Bronzezeit zu veranschaulichen. Doch bis dahin sei es noch ein langer Weg, auf dem weitere Grabungen anstehen.

Parallel zum Team von Jens May machten Archäologen der Universität Göttingen interessante Funde unter einem Maisfeld. Sie entdeckten eine Amphore.

 
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