Präsentation : Auf der Suche nach James Bond

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Filmmelodien, Handarbeiten, Hightech und ein actionreicher Zauberlehrling

svz.de von
22. November 2015, 17:14 Uhr

Steht hier Daniel Craig mit seinem Bondgirl im Arm? Nein, aber der Eindruck drängt sich förmlich auf, als die Brassband des Wittenberger Gymnasiums die Bondmelodie anstimmt. Sabrina, My und Leon spielen sechshändig am Klavier, die Bläser geben ihr Bestes. Orchester und Solisten zeigen, was sie sich in der Projektwoche erarbeitet haben. Die Titel ausgewählt und arrangiert hat Dustin Bleichert. Er ist selbst noch Schüler des Gymnasiums, spielt Klavier und komponiert eigene Stücke.

Im Nebenzimmer wirft der Beamer ein Foto vom Rathaus Wittenberge an die Wand. Davor steht Godzilla. Ja, richtig gesehen, dieses Filmmonster steht dort tatsächlich. Florian Stuhrberg und Julius Makel klären auf: „Das ist eine Fotomontage.“ Sie haben sich in ihrem Projekt mit alten Fotos beschäftigt, Bilder retuschiert, Collagen erstellt. „Wir haben ganz viel ausprobiert und es hat Spaß gemacht“, sagen die Jungen.

„Aus alt mach neu“ heißt es bei Jonas Rauch. Er präsentiert ein gerahmtes Mosaikbild. „Wir haben alte Fliesen zerschlagen, Skizzen angefertigt, das Muster gelegt und verfugt“, erklärt er. Sein Bild hat er „Die gigantische Echse“ genannt.

Eltern schlendern durch die Räume oder unterhalten sich mit den Lehrern, Schüler haben ein Café eröffnet. Besonders aufgeregt sind die Schüler der drei siebenten Klassen, ist es doch ihr erster Projekttag an der Schule. Sie berichten von ihrer gemeinsamen Klassenfahrt nach Rügen, auf der sie sich nicht nur alle kennen gelernt haben, sondern auch viel erlebten. Der Besuch eines U-Bootes und des Ozeaneums standen zum Beispiel auf dem Programm.

Rappelvoll ist es auch im Haus I. Beim Zauberlehrling kracht und stinkt es – offenbar gibt es eine sehr unterhaltsame Aufführung der Ballade. Mit modernster GPS-Technik hat sich das Projekt Geocaching befasst. „Wir haben eine Wittenberger Stadtroute digitalisiert“, erzählt Mika Dzikus. 4,34 Kilometer lang führt sie an mehreren Sehenswürdigkeiten und interessanten Orten vorbei. Diese sind mit Bildern und Informationen abgespeichert. Im Internet kann man sich die Route aufrufen und dann ablaufen.

Die Projekte sind eine Mischung aus Schulthemen und Freizeitaktivitäten der Schüler. Das ist durchaus gewollt. „Sie sollen sich in der Woche mit anderen Sachen beschäftigen“, sagt Schulleiter Andreas Giske. Es gehe darum, eigene Begabungen und Interessen zu entdecken, sich auszuprobieren.

Schon im Februar sammeln Lehrer und Schüler Ideen. Projekte, die einen Wissenszuwachs versprechen, die Begabungen der Schüler fördern, werden ausgewählt, so Giske. Damit soll die Berufs- und Studienorientierung unterstützt werden. Auch deshalb müssen sich die Schüler um drei Projekte bewerben, der Projektleiter entscheidet, welche Schüler er aufnimmt.

In der Projektwoche könnten sich die Schüler ausprobieren und wenn sie merken, das gewählte ist nicht ihr Ding, sei das ja auch eine hilfreiche Erfahrung. Das gleiche betreffe den Tag der Wissenschaften am vergangenen Freitag. 21 Wissenschaftler haben Einblick in ihre Arbeit gegeben. Auch dieser Tag sollte den Schülern eine Studienorientierung geben, sagt Andreas Giske.

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