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Sommeraktion in der Prignitz : Auf den Spuren der Schwalben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neue Sommeraktion lädt Kitas und Schulen zum Vogelzählen und vielem mehr ein

Bis zu 2000 Mücken und 600 Blattläuse frisst eine ausgewachsene Schwalbe pro Tag. „Das wissen die meisten Menschen nicht. Aber es zeigt, dass die Vögel auch nützlich sind“, sagt Ricarda Rath von der Naturwacht Lenzen gestern beim Pressegespräch in der Sparkasse Prignitz in Perleberg.

Zum 22. Mal veranstalten das Geldinstitut, das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, die Naturwacht und der Nabu Brandenburg die sogenannte Sommeraktion. „Es schließt sich ein Kreis, denn 1995 haben wir in unserer ersten Sommeraktion auch das Leben der Schwalben thematisiert“, so André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz.

Die Sommeraktion ist ein Umweltbildungsprojekt für Kita- und Schulkinder. „Sie sollen erfahren, was die heimische Natur zu bieten hat. Deswegen machen wir diese Aktion seit vielen Jahren“, sagt Ricarda Rath. Geplant ist, dass die teilnehmenden Kitagruppen und Schulklassen die Schwalben in ihrer jeweiligen Umgebung zählen. Passend dazu gibt es eine Infobroschüre, in der die häufigsten Arten Rauch- und Mehlschwalbe kurz vorgestellt werden. „Wir haben auch den Mauersegler aufgenommen, weil er den Schwalben sehr ähnlich sieht“, weiß Rath. In der Broschüre ist auch ein Erfassungsbogen enthalten, in dem die Sichtungen aufgelistet werden können. Das Infoblatt soll demnächst in alles Sparkassen-Filialen ausliegen, aber auch im Besucherzentrum Rühstädt oder bei der Naturwacht in Lenzen. Neben der Zählung werden die Kinder und Jugendlichen auch bei Wanderungen durch Dörfer sehen, wo Schwalben am besten Nester bauen können und wo sie ihr Baumaterial herbekommen. „Wir werden darüber hinaus auch Nisthilfen anfertigen, die die Vögel als Grundlage für ihre Nester nutzen können“, erläutert Oliver Krause, der im Biosphärenreservat für die Umweltbildung zuständig ist. Laut Ricarda Rath wisse man wenig über die Situation der Schwalben in der Prignitz. „1995 wurde gezählt. Wie viele Tiere erfasst wurden, kann ich nicht sagen. Deswegen freuen wir uns, wenn die Kinder uns jetzt helfen.“ Klar sei, dass der Bestand an Rauch- und Mehlschwalben zurückgegangen ist. „Die Vögel finden weniger Nistplätze, da Hausfassaden immer glatter geworden sind und auch moderne Ställe kaum noch Einflugmöglichkeiten bieten. Außerdem werden Radwege immer öfter asphaltiert so dass die Tiere weniger Baumaterial für ihre Nester finden.“ Heute stehen die Schwalben unter Artenschutz. „Deswegen darf man ein Nest nicht einfach abschlagen, sondern muss die Untere Naturschutzbehörde informieren. Sonst begeht man eine Ordnungswidrigkeit“, erklärt Rath. Es müsse immer ein Ersatz-Nistplatz geschaffen werden, denn Schwalben sind nesttreu.

Kitas und Schulen können sich bei der Naturwacht Lenzen unter 038792/ 3701 oder per Mail an elbtalaue@naturwacht.de für die Sommeraktion anmelden. 

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erstellt am 25.Mai.2016 | 10:00 Uhr

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