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Der Prignitzer

21. November 2017 | 22:35 Uhr

Auf dem Drahtesel zur Kläranlage

vom

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2013 | 07:25 Uhr

Lenzen | Seit 20 Jahren sorgt der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverband (WTAZV) dafür, dass Trinkwasser verlässlich in die Haushalte des Verbandsgebietes gelangt und anfallendes Schmutzwasser entsorgt wird. Aus Anlass dieses Jubiläums öffnet der Verband an sechs Tagen die Türen zu seinen Wasserwerken und Kläranlagen und lädt gemeinsam mit unserer Zeitung dazu ein, mit dem Rad die "Wege des Wassers" zu erkunden. Auf der ersten Tour unter dem Motto "Ein Fluss ist mehr als Wasser" ging es mit dem Fahrrad am Samstag nach Lenzen.

Bei kaltem Wind und bewölktem Himmel machten sich am Samstagmorgen rund 50 Radler auf den Weg, per Rad die Flusslandschaft rund um Lenzen sowie die hiesige Anlagen des WTAZV zu erkunden. Der Ausflug startete im Besucherzentrum der Burg, wo das Naturgroßprojekt Deichrückverlegung erläutert wurde. Künstler Bernd Streiter führte die Radler hinterher durch sein Atelier. Anschließend ging es zur Besichtigung der Kläranlage in Lenzen und von dort weiter auf dem Deich nach Mödlich, zum Quitzowspeicher nach Eldenburg und schließlich wieder zurück nach Lenzen, wo eine Führung durchs Wasserwerk auf dem Programm stand. Das Wetter war den Pedalrittern doch noch wohlgesonnen, als sich am späten Vormittag schließlich die Sonne zeigte. "Ein richtig schöner Tag zum Fahrradfahren", freute sich Silvia Klann, WTAZV-Verbandsvorsteherin, die ebenso in die Pedale trat wie das Gros ihrer Mitarbeiter.

"Zu unserem Jubiläumsjahr wollten wir den Menschen in der Region, die ja unsere Kunden sind, unsere Arbeit näherbringen", so Silvia Klann. Einfach nur einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, das war ihr aber zu wenig. "Ich hatte dann die Idee, die Führungen durch unsere Anlagen in eine Fahrradtdtour einzubetten und so die Natur, die Flora und Fauna der Westprignitz, mit unserer Technik zu verbinden." Beeindruckt zeigten sich die Radfahrer besonders von der Kläranlage. "Innerhalb von nur 20 Stunden wird das verdreckte Wasser gereinigt und fließt dann sauber in die Löcknitz", erklärte Abwassermeister Robert Jaap die Funktionsweise der Anlage. Erstaunt waren die Besucher nicht nur, dass es dort gar nicht so übel riecht, wie es sich manch einer zuvor ausgemalt hatte, sondern auch der Blick in das noch ungereinigte Abwasser: "Unglaublich, was für Essensreste so alles durch die Toilette gespült werden", urteilte etwa Klaus-Peter Gumz nach dem Rundgang.

Die zweite Radtour "Wasser ohne Grenzen" ist für Sonntag, 5. Mai in Bad Wilsnack geplant. Die Route führt zur dortigen Kläranlage nach Rühstädt und endet am Wilsnacker Wasserwerk.

Kläranlage Lenzen
• Baujahr: 1994
• Reinigungsleistung ausgelegt für
5632 Einwohner
• Zentral angeschlossen: 1715 Einwohner
• Dezentral mitbehandelt: 2309 Einwohner
• Täglicher Abwasseranfall: ca. 240 m³
• Täglicher Stromverbrauch: ca. 330 kWh
• Auslastungsgrad: 78 Prozent

Wasserwerk Lenzen
• Baujahr: 1976
• Versorgungsgebiet: Baarz, Baekern, Besandten, Breetz, Eldenburg, Gaarz, Gandow, Kietz, Lenzen, Mödlich, Moor, Seedorf, Unbesanten, Wootz mit 97229 m³ / Jahr
• Wasserhärte: 12,3 dH Härtebereich 2 = mittel

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