Auf allen vier Turmseiten eine Uhr

Das Zifferblatt ist 25 Kilo schwer und hat einen Durchmesser von 1,50 Metern. Günther Haut, Thomas Bach und Günter Mikolasch vertäuen es am Krankorb, dann geht es nach oben. Fotos: Barbara Haak
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Das Zifferblatt ist 25 Kilo schwer und hat einen Durchmesser von 1,50 Metern. Günther Haut, Thomas Bach und Günter Mikolasch vertäuen es am Krankorb, dann geht es nach oben. Fotos: Barbara Haak

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13. Mai 2013, 06:01 Uhr

Wittenberge | "Es ist geschafft." Mit einem Stoßseufzer der Erleichterung konnten das gestern Mittag all jene sagen, die seit morgens um 8 Uhr dabei waren, die drei Zifferblätter für die Turmuhr in die Höhe zu hieven, um sie und die Zeiger dort zu montieren.

Für den Förderverein, der sich extra zu dem Zweck gegründet hat, den Ende des II. Weltkrieges zerstörten Turm in voller Höhe wieder errichten zu lassen, war es der finale Akt seiner Bemühungen. Sieben Jahre nach seiner Gründung Mitte Juli 2006, "werden wir uns am 30. Juni als Verein liquidieren, so der juristisch richtige Begriff", erklärt der Vorsitzende Günter Mikolasch, um seine Aufmerksamkeit dann sofort wieder dem Geschehen auf dem Kirchenhof zuzuwenden. Der Seehäuser Uhrmachermeister Günther Haut und Thomas Bach vom Krüdener Industriemontageservice tragen das erste Zifferblatt mit den vergoldeten Zahlen an den Kran korb. Der ist groß, aber nicht groß genug. Die Uhr mit ihren 1,50 Meter Durchmesser wird außen angebunden. "Vorsicht", sagt der Uhrmachermeister. Das Blattgold nimmt Berührungen übel. Hängen die Zifferblätter aber erst einmal, ist das Gold so witterungsbeständig wie kaum ein anderes Material.

Vorsichtig geht es nach oben. Klaus Jüchert von der gleichnamigen Firma und seine Männer müssen den Korb, der am Haken leicht vor sich hin schwingt, möglichst genau vor die Turmuhröffnung bugsieren. In gut 20 Meter Höhe lösen Haut und Bach das Zifferblatt vorsichtig aus seiner Vertäuung, setzen es auf die Tragestifte, die im Mauerwerk verankert sind. "Zum Glück haben wir sie dort schon angebracht, als der Turm wegen des Baus noch eingerüstet war", sagt Mikolasch. Es war die Idee des Seehäuser Uhrmachermeisters.

Mit seinem Wiederaufbau erhielt der Turm im vergangenen Jahr erst einmal eine Uhr mit nur einem Zifferblatt zurück. Zu mehr reichte das Geld nicht. Haut schlug aber schon damals vor, auch die Verankerungshaken für die drei noch fehlenden Zifferblätter zu setzten. Schneller als von ihm selbst erwartet, konnte der Förderverein jetzt das Chronometer in luftiger Höhe komplettieren.

Zahlreiche Spender trugen dazu bei. Darunter beispielsweise auch Dr. Elmar Habenicht. Er bat um Geburtstagsgeschenke in Form einer Uhrenspende und ließ es sich gestern natürlich nicht nehmen, bei der Montage vorbei zu gucken.

Die Zeiger auf den vier Zifferblättern werden jeweils von einem separaten Motor gesteuert. Das Herz des Zeitzählers bildet eine Mutteruhr im Turminnern.

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