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Der kurze tripp über die Elbe : Auch Silvester: „Fährmann hol’ über!“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In fünf Minuten von Lütkenwisch nach Schnackenburg: Das klappt zuverlässig alltags und an den Feiertagen.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 08:00 Uhr

„Eigentlich sind Silvester und Neujahr für uns ganz normale Tage, wir fahren an besonderen Tagen wie diesen nur nicht ganz so lange“, sagt Torsten Hesse. Gerade hat er die Fähre ans Lütkenwischer Elbufer manövriert. Leise schurrt die Stahlplatte über die Ufersteine. Dann liegt das Gefährt still. Der Wagen an Bord setzt sich langsam in Bewegung, rollt in die Prignitz. Knapp fünf Minuten dauert es, um über die Elbe vom niedersächsischen Schnackenburg ins brandenburgische Lütkenwisch zu kommen, oder eben umgekehrt. An diesem Silvesternachmittag wollen die meisten Fahrgäste nach Brandenburg. Das sei aber purer Zufall, sagt Hesse. Der Fährmann nimmt das Fernglas, das in Greifnähe liegt, zur Hand, späht nach Schnackenburg ’rüber. Am Anleger stehen Leute. Sind es Spaziergänger oder wollen die Menschen übergesetzt werden? Im Sommer, so erzählt Hesse, komme es häufig vor, dass sich Leute übersetzten lassen. In Lütkenwisch gibt es am Deich das Café Jaap. Der selbstgebackenen Kuchen dort zieht Ausflügler an.

Die Fußgänger auf Schnackenburger Seite sind verschwunden. Statt dessen ist ein Auto gekommen. Torsten Hesse legt ab. Es geht über die Elbe wieder nach Niedersachsen. Doris und Rainer Nimz aus Apenburg bei Arendsee wollen übergesetzt werden. An Bord ihres Autos die beiden Enkeltöchter Chantall und Lotte-Elisa. Bevor Großeltern und Kinder abends gemeinsam Tischfeuerwerk knallen lassen, Luftschlangen werfen und Pfannkuchen essen, wird noch ein Auslug unternommen. Doris Nimz erinnert sich noch, „wie wir mit unseren heute erwachsenen Kindern, als sie noch klein waren, hier mit der Fähre gefahren sind“. „Da haben wir uns vorgenommen, das machen wir auch ’mal mit unseren Enkelkindern.“

Auf die Frage, ob seine Fahrgäste zum Jahreswechsel heiterer gestimmt sind, als sonst, meint Hesse: „Nein, völlig normal.“ Ein gewisses Stimmungshoch sei bei Ausflüglern auszumachen, wenn der Frühling da ist. Die Leute genießen dann die Natur an der Elbe in vollen Zügen.

Zu jenen, die Torsten Hesse an diesem Silvestertag über den Strom holt, gehören auch Ellen Merten und Irene Schmidt aus Berlin bzw. Bernau. Sie sind mit ihren Ehemännern und ihrer dritten Schwester unterwegs. Zum Genießen haben sie den Jahreswechsel ausgesucht. Ellen Merten und Irene Schmidt erzählen von der Drei-Länder-Tour, die sie an diesem Silvestertag von Wittenberge aus über die Elbbrücke nach Sachsen-Anhalt, dann nach Niedersachsen und über den Strom wieder zurück nach Brandenburg führte. Ein anregender Ausflug, dem nun eine tolle Silvesterparty auf der Alten Ölmühle folgen soll. „Bei einer Elberadtour vor zwei Jahren haben wir das Hotel dort entdeckt. Ganz toll, was dort entstanden ist“, sagen die beiden Schwestern. Deshalb haben sie zum Jahreswechsel zu 2012/13 dort schon eingemietet und im Brauhaus gefeiert und sind jetzt, weil es so schön war, wieder in die Ölmühle gekommen.

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