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Brand in Perleberg : Auch Hund und Brautkleid gerettet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ursache für Treppenhausbrand vermutlich fahrlässige Brandstiftung / Junge Familie muss erst einmal bei Verwandten unterkommen

von
erstellt am 23.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Hopfenstraße kurz vor 9.30 Uhr: Das Handy von Cindy Kardel klingelt. Am anderen Ende ihre Cousine. „Seit ihr in der Wohnung?“ „Nein“, antwortet die junge Mama. Sie bringt gerade Kyelle (2) in die Kita. „Gott sei Dank, es brennt im Haus“. Mit weichen Knien erreicht die junge Frau ihr Zuhause. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sind längst da. Dicke Rauchschwaden dringen aus dem Dach und dem Flurfenster des Obergeschosses. Die Drehleiter der Perleberger Ortswehr geht in Stellung, zwei Trupps unter Atemschutz sind bereits im Haus, einer kontrolliert die Wohnungen, der andere beginnt parallel dazu mit dem Löschen.

Mit angstvollen Blicken verfolgen von der gegenüberliegenden Straßenseite die Bewohner, sieben Mietparteien wohnen dort, das Geschehen. Sandra Schmidt mit ihrem vierjährigen Sohn Nils wohnt eine Etage unter dem vermutlichen Brandherd. „Ich hörte nur ein lautes Knistern und es qualmte von oben.“ Feuerwehr alarmiert, Schuhe an und raus. Derweil kommt ihre Mutter Gabriele Mebes direkt von der Arbeit. „Ich habe nur gehört, dass es brennt. Kinder und Enkel zuhause, da kann man sich denken, was in mir vorging.“

Vom Kabelschacht in der obersten Etage des Treppenhaus, wo Arbeiten an der Stromversorgung ausgeführt wurden, die möglicherweise die Ursache sind, wie es im Bericht der Polizeidirektion Nord heißt, breitet sich das Feuer aus, brennt sich über ein Oberlicht aufs Dach durch. „Hier konnten wir es aber stoppen“, so Einsatzleiter Uwe Schleich. Mittels Wärmebildkamera werden die neuralgischen Bereiche noch einmal genau ins Visier genommen. „Alles kalt.“

Zitternd schaut Cindy Kardel zu ihrer Wohnung hoch. Tränen kullern, während sie und ihr Freund Tobias Lüdke ihr vier Monate altes Töchterchen Romy streicheln. Sie wohnen im Obergeschoss. „Unser Hund ist noch drin und mein Brautkleid.“ Am 29. Mai wollen die beiden heiraten. Einsatzleiter Uwe Schleich: „Wir kümmern uns darum“. Wenige Minuten später vernimmt man das freudige Bellen von Bug. Und dann fährt die Drehleiter noch einmal aus. „Durchs oberste Flurfenster wird eine große Plastetüte gereicht. Überglücklich kann die künftige Braut ihr Kleid und das ihrer kleinsten Maus in Empfang nehmen. In ihre Wohnung kann die junge Familie erst einmal nicht. 24 Stunden muss sie belüftet werden. Für die Zeit kommen sie bei der Mutter von Cindy, die im gleichen Aufgang wohnt, unter. Die zweite betroffene Wohnung im Obergeschoss ist unbewohnt. Alle anderen Mieter können wieder zurück in ihre Wohnungen, allerdings ist der Strom abgestellt. Vermieter und Energieversorger sind bei der Arbeit.

46 Kameraden aller Perleberger Ortswehren waren an diesem Vormittag hier im Einsatz.  

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