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Der Prignitzer

17. August 2017 | 05:38 Uhr

Arien und Harfenklang fürs Pfarrhaus

vom

Lindenberg | An die 250 000 Euro kostet es, das alte, denkmalgeschützte Pfarrhaus von Lindenberg herzurichten. Doch das ist die Voraussetzung, damit die Pastorenstelle wieder besetzt werden kann. Ein kühnes Unterfangen, das sich der Kirchbauverein Lindenberg e. V. auf die Fahnen geschrieben hat, zumal die ersehnten Fördermittel ausblieben, gesteht Bärbel Thiedemann. Sie ist Schatzmeisterin des Vereins, Kirchenälteste und Mitglied im Gemeindekirchenrat. Also waren die 27 Mitglieder des Vereins allein auf sich und ihren Einfallsreichtum gestellt.

Geld, ein E-Piano und eine neue Altardecke

Und sie fanden Partner: im eigenen Kirchenkreis Havelberg-Pritzwalk, der rund 200 000 Euro zur Verfügung stellt und der Kirchgemeinde, die mit immerhin stattlichen 50 000 Euro dabei ist. Der Verein selbst konnte bisher 7500 Euro einwerben. Dazu kommen noch diverse Spenden, so 500 Euro von der ortsansässigen Agrargenossenschaft. Die Sparkasse Prignitz sponserte ein E-Piano, Fred Schulze eine große Kaffeemaschine. "So ist jetzt dieses Problem zu unseren Nachmittagskonzerten gelöst. Für uns als Verein auch eine Einnahmequelle", fügt Gerd Thiedemann an. Und auch darauf ist die kleine Kirchgemeinde sehr stolz: Karin Gärtner stickte eine wunderschöne Altardecke, die zum Konzert am Samstag erstmalig aufgedeckt wurde. "Bisher hatten wir nur eine ganz einfache Leinendecke", ergänzt die Kirchenälteste.

Derweil wird am Pfarrhaus schon tüchtig gearbeitet, das Dach ist neu eingedeckt, die alten Fachwerke werden systematisch ausgewechselt. Die Vorderseite ist schon fertig. Im Januar soll der Innenausbau beginnen, erläutert Bärbel Thiedemann, Die Zeit drängt, denn die Pfarrstelle könnte besetzt werden. "Wir bekommen einen Entsendungspfarrer", ergänzt die Kirchenälteste. Seit zwei Jahren hat Lindenberg keinen eigenen Pfarrer mehr. Der monatliche Gottesdienst wird von anderen vertretungsweise übernommen. Doch die Gemeinde möchte wieder sprichwörtlich die Kirche im Dorf haben. So wurde der Förderverein aus der Taufe gehoben mit dem Ziel, das wunderschöne aber eben marode Pfarrhaus komplett auf Vordermann zu bringen. In diesem Fall sollen sogar noch zwei Zimmer im Obergeschoss ausgebaut werden, denn der neue Pfarrer kommt mit großer Familie.

Am Sonnabend nun erfüllten die Kirche zauberhafte Klänge von Harfe und Gesang. Zu Gast war die Berliner Sopranistin Katharina Löwe, begleitet wurde sie von Katharina Steinweis an der Harfe. Letztere hatte eigens dafür ihre Konzertharfe mit nach Lindenberg gebracht. Beide Künstlerinnen sind Studentinnen an der renommierten Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin. Die Lindenberger Adventskonzerte zugunsten der Sanierung des Pfarrhauses erleben damit ihre zweite Auflage. Die Organisation liegt wieder in den bewährten Händen von Fritz Habekuß. Er gehört zwar nicht dem Kirchbauverein an, doch hilft er emsig, dass Gelder in die Kasse kommen. "Ich kenne zahlreiche, vor allem junge Künstler, die ganz bestimmt irgendwann auf großen Bühnen stehen werden. Über diese Kontakte haben wir in der Adventszeit 2010 eine erste Konzertreihe in der Kirche organisiert."

Es war ein Experiment, wie er sagt, das aber geklappt hat. Über 200 Gäste lauschten den Klängen der Instrumente und den Gesängen. 1803 Euro kamen zusammen - "ein Grund mehr, für eine Neuauflage zu sorgen", so Habekuß. Und die war am Samstag mehr als gelungen, denn Sopranistin Katharina Löwe und Katharina Steinweis an der Harfe musizierten sich sprichwörtlich in die Herzen der Konzertbesucher.

Spendenkonto:

Wer den Kirchbauverein Lindenberg e. V. unterstützen möchte, kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen:

Kontonummer: 1411020134
Bankleitzahl: 16050101
Sparkasse Prignitz
Verwendungszweck: Pfarrhaus

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von
erstellt am 05.Dez.2011 | 05:45 Uhr

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