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Neues Domizil in Perleberg : Archiv und Bibliothek ziehen um

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Stadtentwicklungsausschuss fasst Grundsatzbeschluss. Stadt und Denkmalschutz müssen Kompromiss finden zu Erhalt und Nutzung.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Das Archiv und die Bibliothek der Stadt ziehen um. Der Große Markt 10 und 11 soll ihr neues Domizil werden. Die Mitglieder des Kultur- und des Stadtentwicklungsausschusses signalisierten im September 2016, dass sie dieser Variante den Vorzug geben. Im Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend drohte all das, aber wieder in Frage gestellt zu werden. Stattdessen solle mit der Sanierung Großer Markt 10 die Kubatur des Saales erhalten bleiben. Jener war 50 Jahre Stall und Speicher, 1920 wurde hier ein Kino eingerichtet, das vielen Perlebergern noch als Rolandkino ein Begriff ist. Empore und verbliebene Schmuckfelder an der Decke würden so erhalten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht, wenn hier einzig Bibliothek und Lesesaal ihren Platz erhalten. Mit der Ankündigung der Denkmalpflege, den Großen Markt 10 als Einzeldenkmal ausweisen zu wollen, sei eine völlig neue Situation entstanden, so Stefan Kunzemann in der Einwohnerfragestunde. Die Verbauung des Saales durch Magazinräume des Archivs wäre unumkehrbar und eine Brachiallösung. Anders aber hätte man einen Saal, der eine „kulturpolitische Reputation“ für die Stadt darstelle, betonte Kunzemann.

Hans-Joachim Schröder, ebenso Mitglied der AG Stadtgestaltung, unterstützte diese Auffassung und plädierte dafür, die bauliche Verbindung zwischen Vereinshaus und Saal stattdessen mehrgeschossig auszubauen, um so Platz für das Archiv zu erhalten. Dem spricht allerdings entgegen, dass der Verbindungsbau keinen ausreichenden Platz für das Archiv biete und so marode ist, dass nun noch ein Abriss bleibe. Dennoch begann sich die Diskussion urplötzlich nur noch um die Unterbringung der Bibliothek zu drehen. Ausgangspunkt aber war, in erster Linie für das Archiv einen neuen Standort zu finden. Denn jenes platzt aus allen Nähten. Das Anwesen am Wallgebäude, in dem die Stadtbibliothek ihr Domizil hat, ist hingegen energetisch gesehen ein Fass ohne Boden.

In einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Standorte betrachtet, Vor- und Nachteile aufgelistet. Für den Großen Markt 10/11 spricht: Das Gebäudeensemble samt Nebengelass biete Parkmöglichkeiten, gute Raumorganisation und Erweiterbarkeit, dazu werde ein historischer Baukörper Mitten in der Stadt wieder mit Leben erfüllt. Die Kosten liegen bei rund 2,9 Millionen Euro, Förderung ist gegeben. Für die Nummer 10 unter Umständen sogar eine hundertprozentige, wenn es Denkmalstatus erhält. Noch wisse man aber gar nicht, was konkret unter Schutz gestellt werde, so Norbert Hollemann vom Sanierungsträger, der BIG-Städtebau. Karl-Friedrich Meinert (CDU)bestätigte den gelinde gesagt schwierigen Zustand des Anwesens. Im Saal sei das Wasser durch die Decke gekommen, so dass selbst die HO damals mit ihrem Möbellager hier auszog. Er plädierte dennoch dafür, das Gebäude Großer Markt 10 als Kulturstätte zu erhalten, das Archiv in einem Seitenflügel unterzubringen. Jener könne auf dem Areal entstehen, der als Parkmöglichkeit in Betracht gezogen wurde. Klaus Röpke (SPD) unterstrich, dass man mit dem Projekt Archiv und Bibliothek an diesem Standort die Chance habe, diesen Bereich zu sanieren und zu erhalten. Dazu müssten dann, so Udo Becker (CDU), Stadt und Denkmalpflege ausloten, was machbar ist, sprich versuchen einen Kompromiss zu finden.

Um aber in diese Richtung weiteragieren zu können, die Planung voranzutreiben, bedarf es eines Grundsatzbeschlusses. Zumal ins Auge gefasst werde, einen Planungswettbewerb auszuschreiben. Mehrheitlich wurde dieser dann gefasst.  

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