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Der Prignitzer

25. November 2017 | 03:21 Uhr

Perleberg : Archiv und Bibliothek ziehen um

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kultur- und Bauausschuss sprachen sich für Großen Markt 10/11 aus / Ausschlag gab insbesondere Förderfähigkeit

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Das Archiv und die Bibliothek der Stadt ziehen um. Noch nicht heute und morgen, aber so schnell wie möglich. Der Große Markt 10 und 11 soll ihr neues Domizil werden. Die Mitglieder des Kultur- und des Stadtentwicklungsausschusses signalisierten am Dienstagabend, dass sie dieser Variante den Vorzug geben. Eigens zu diesem Tagesordnungspunkt hatte man eine gemeinsame Sitzung einberufen.

Das Archiv platzt aus allen Nähten, das Anwesen am Wallgebäude, in dem die Stadtbibliothek ihr Domizil hat, ist energetisch gesehen ein Fass ohne Boden. Seit geraumer Zeit ringt die Stadt nach einer Lösung und hat so im Zusammenwirken mit der BIG-Städtebau eine sogenannte vergleichbare Betrachtung ausgeschrieben. Ins Kalkül gezogen wurden da das Kammergebäude der Stadtkasernen, Großer Markt 10 und mit Bibliothek das Ensemble Großer Markt 10 und 11 oder ein Neubau praktisch auf dem Hinterhof der Stadtverwaltung in der Karl-Liebknecht-Straße. Auch das alte Finanzamt war im Gespräch, wurde aber als bald verworfen. Der Grund: zu groß.

Die Potsdamer B 12 Architekten um Torsten Pelz haben die Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen untersucht und das Ergebnis auf der gemeinsamen Ausschusssitzung vorgestellt. Unterm Strich: Jede Variante hat Charme. Das historische Kammergebäude, das dann ausschließlich für das Archiv genutzt werden sollte, hat räumlich gesehen echtes Potential. Zufahrtsmöglichkeiten, Parkplätze, Möglichkeit einer späteren Erweiterung – alles stimmt. Doch letztlich ist es zu groß, das zweite Obergeschoss müsste extern vermietet werden. Als Standort für die Bibliothek kommt es nicht in Frage – zu weit ab. Und auch die Kosten für Sanierung, Umbau und Ausstattung von knapp 2,9 Millionen ließ das Potential schlagartig schwinden. Denn diese sind nicht förderfähig, die Stadt müsste sie alleine stemmen. „Nicht machbar“, so der Tenor.

Ein Neubau mit späteren Erweiterungsmöglichkeiten kommt kostenmäßig da schon günstiger. Rund 1,6 Millionen Euro hat das Architektenbüro da veranschlagt. Aber: Auch dieses Projekt ist nicht förderfähig. Leerstand werde zudem nicht beseitigt, das Umfeld auch nicht aufgewertet, von personellen Synergien keine Rede.

Der Große Markt 10, zwar kein Einzeldenkmal aber Bestandteil des Denkmalbereiches, biete nur Platz fürs Archiv. Die Grenzbebauung setzt hier im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen. Der große Vorteil: Die rund 2,4 Millionen sind 100-prozentig förderfähig bei einem Eigenanteil von 20 Prozent.

Nimmt man den Großen Markt 11 dazu und schafft damit auch für die Bibliothek einen neuen Standort, dann gestaltet sich die Sache positiver. Parkmöglichkeiten, gute Raumorganisation und Erweiterbarkeit, dazu werde ein historischer Baukörper wieder mit Leben erfüllt. Die Kosten liegen für beides bei rund 2,9 Millionen, Förderung ist geben. Allerdings noch mit Fragezeichen, denn sie muss beantragt, und sie muss genehmigt werden. Das ist auch der Grund, warum man darauf drängt zu erfahren, wohin der Zug fahren soll. Den möglichen Fahrplan umreißt Dr. Bert Lehmann von der BIG-Städtebau. Das nächste halbe Jahr solle nun genutzt werden, um die Planungen vorzubereiten, Voraussetzung, um die Fördermittelschiene ausloten zu können. In zwölf Monaten könnte dann mit der Entkernung begonnen werden. „Was fertig ist, ist fertig“, denn mit dem Rathaus habe die Stadt noch einen großen Sanierungsbrocken vor sich, machte Dr. Lehmann deutlich.  

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