zur Navigation springen
Der Prignitzer

22. Oktober 2017 | 02:49 Uhr

Archäologen planen neue Grabungen

vom

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 06:22 Uhr

Gross Pankow | Das Gebiet rund um das Königsgrab Seddin soll für weitere archäologische Untersuchungen unter Schutz gestellt werden. Mit dem auf ihrer jüngsten Sitzung gefassten Beschluss haben die Groß Pankower Gemeindevertreter die Voraussetzung für das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologische Landesmuseum (BLDAM) geschaffen, den westlichen Teil der Gemeinde als Grabungsschutzgebiet auszuweisen.

Damit ein Gebiet unter archäologischen Schutz gestellt werden kann, muss eine "begründete Vermutung bestehen, dass dort Kulturdenkmäler verborgen sind", zitiert Dr. Franz Schopper aus dem Denkmalschutzgesetz des Landes Brandenburg. Und diese Vermutung sei laut des Direktors und Landesarchäologen des BLDAM gegeben. Am Königsgrab von Seddin und an der sogenannten Schwedenschanze bei Horst stießen Forscher in den vergangenen Jahren bereits auf zahlreiche bronzezeitliche Funde, die auch international auf großes Interesse stoßen. "Die Prignitz war demnach wahrscheinlich bereits vor rund 3000 Jahren ein bedeutender Herrschaftssitz", so Schopper. Unter anderem ließen die Ergebnisse der umfangreichen Grabungen auf einen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zwischen der Seddiner Grabstätte und der Schwedenschanze schließen. Weil in der näheren Umgebung weitere Grabstätten existieren, ist für die Forscher jedoch fraglich, ob der Fürst von Horst jener war, der in Seddin beigesetzt wurde. Um derlei Fragen auf den Grund zu gehen, wollen die Forscher das Besiedlungsgebiet weiter erschließen.

Das Gebiet umfasst den Bereich Tangendorf und Hohenvier bis hin nach Klein Linde, Rohlsdorf, Retzin, Wolfshagen und Tacken. Die genaue Flächengröße könne Schopper noch nicht benennen: "Die Detailabgrenzungen müssen erst mit der unteren Denkmalbehörde abgesprochen werden, die auch für die letztendliche Genehmigung der Ausweisung zuständig ist."

Die Ausweisung als Grabungsschutzgebiet unterstreiche zudem die Bedeutung der Region als zentraler archäologischer Ort. Es wäre das erste geschützte Gebiet seiner Art im Land Brandenburg, wie Schopper betont. Ähnliche Schutzgebiete mit Grabungsstätten aus der frühen Bronzezeit gebe es europaweit nur noch in Dänemark und Italien.

Einwohner hätten indes nichts zu befürchten, wie der Fachmann versichert. Auch Bauvorhaben seien nicht gefährdet: "Besiedlungs- und Baugebiete sind von den Grabungen im Normalfall ausgenommen." Sollte der unwahrscheinliche Fall dennoch eintreffen, hätten Grundstückseigentümer zum einen ein Mitspracherecht, zum anderen werde versucht, nonversiv vorzugehen, etwa mit Luftbildern.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen