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Erntesaison in der Prignitz : Arbeitsspitze auf Quitzower Feldern

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Aus der Redaktion des Prignitzers

335 ha Getreide muss vom Halm, 1200 Bunde Stroh gepresst werden, Stoppelsturz auf rund 800 Hektar, Aussaat und Kartoffelrodung

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erstellt am 23.Aug.2017 | 08:00 Uhr

„Wir haben jetzt schon die Niederschlagsmenge des Vorjahres erreicht“, überschlägt Helge Milatz, Abteilungsleiter Pflanzenproduktion in der Agrargenossenschaft Quitzow. 332 Liter Regen pro Quadratmeter und das allein während der Erntesaison Juni, Juli und August. Die Auswirkungen sind unübersehbar: Lagergetreide und Durchwuchs, wie der Fachmann das Unkraut bezeichnet. Die Bestände trocknen schwer ab, „es fehlt Sonne. Ideal wären jetzt 30 Grad Celsius, um das Lagergetreide zu dreschen. Doch die haben wir nicht, und die Aussichten sind nicht gerade vielversprechend“, räumt der junge Agraringenieur ein.

Aber sie seien schließlich Landwirte, übers Wetter zu lamentieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Statt dessen wird organisiert und koordiniert. Den Roggen bei Groß Buchholz, der als Stroh für die eigenen Jungrinder eingeplant war, bekomme man nicht trocken geerntet. So werde Stroh vom Quitzower Schlag nun in Groß Buchholz eingelagert.

Auf rund 325 Hektar haben die Quitzower noch Getreide zu stehen und auf vier von 335 Hektar auch noch Raps. „Wir kommen aber nicht oder nur schwer auf diese Flächen“, räumt Helge Milatz ein. Auch die Qualitätsparameter leiden natürlich unter der Nässe. Vom Ertrag her erwarte man aber dennoch eine durchschnittliche Ernte.

Vorbereitung für die neue Aussaat.
Vorbereitung für die neue Aussaat. Foto: Doris Ritzka
 

Vom 31. Juli bis 10. August waren die Quitzower Mähdrescher im Dauereinsatz, wurde durchgehend gedroschen. Kurz nach 10 Uhr ging es zumeist auf die Felder und teilweise erst um 2 Uhr nachts wieder runter. „Am 15. August haben wir bis 2.30 Uhr gedroschen, denn für den nächsten Tag war wieder Regen angekündigt“, ergänzt Milatz. Hilfe kam da auch noch vom Landwirt von neben an. Hans Plume, vom gleichnamigen Reiterhof, war fertig mit dem eigenen Mähdrusch und machte auf den Schlägen der Agrargenossenschaft gleich weiter – „bis zum frühen Morgen“, betont Helge Milatz und verbindet damit ein großes Dankeschön.

Während beim Getreide der Ertrag noch ansehnlich auszufallen scheint, sieht es beim Raps anders aus. Mit an die 31 Dezitonnen pro Hektar rechnen die Quitzower, „die Zeiten, wo wir 40 Doppelzentner hatten, sind vorbei“, so der Pflanzenbauer. Wirtschaftlich sei das schon ein Schlag ins Kontor. Ein Problem, das man jedoch mit etlichen Landwirten teile. Insofern hoffen die Quitzower, dass der Rapspreis anzieht, der Markt hier einiges reguliere. Denn Rapsanbau sei wichtig für die Fruchtfolge. Nichtsdestotrotz, auch die Quitzower werden der schlechten Ernte Tribut zollen und mit rund 340 Hektar etwas weniger Raps anbauen. „Wir lagen schon bei 450 Hektar.“ Doch die guten Böden, die Raps brauche, seien durch die Nässe schlecht bestellbar, durchgehendes Arbeiten so schier unmöglich. Und die neue Aussaat läuft bereits bzw. die Flächen werden dafür vorbereitet. Dadurch, dass man später mit der Getreidemahd beginnen konnte und nicht durchgehend auf die Schläge kam, komme jetzt alles zusammen: Das restliche Getreide muss vom Halm, rund 1200 Bunde Stroh müssen gepresst und eingelagert werden, Stoppelsturz auf rund 800 Hektar, um die Flächen für die neue Saat vorzubereiten, Aussaat und auch die Kartoffelrodung laufen bereits.

Auf rund 335 Hektar stehen die Knollen bei der Agrargenossenschaft und die haben gut angesetzt. „Die ersten haben wir bereits geliefert, Stärkekartoffeln nach Kyritz und Dallmin, Speisekartoffeln nach Hagenow.“

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